Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Fr 10. Mai 2013, 13:35

Am gestrigen Feiertag habe ich in Parallelgeschichten von Peter Nadas weitergelesen und habe das 1. Buch beendet, sind 501 Seiten von 1724 Seiten!

Wegen den ausführlichen Beschreibungen fordert das Buch ohne Zweifel Ausdauer, insbesondere wenn es um körperliche Befindlichkeiten geht. Manchmal hat man als Leser das Gefühl der Autor lässt einen im Stich, denn er führt mich in viele Parallelgeschichten, die sich sogar kreuzen, aber man steht auch vor einer gewissen Leere, weil manche Stränge ins Nichts führen.

Dennoch, der Autor breitet ein Wissen aus, das mich unglaublich reizt und dazu noch rätselhafte Andeutungen, die mein eigenes Wissen herausfordert. Dazu kommt noch die Sprache, die für mich ein Genuß ist.

Ich kann mich der Faszination dieses monumentalen Werkes nicht entziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich das noch ändern wird. Und an Ausdauer hat es mir noch nie gefehlt, wenn mich ein Werk lockt.

Ich dachte ja, daß ich neben den Parallengeschichten (Leserunde mit Steffi, siehe Lit-Chatten) noch den Besucher von Sarah Waters lesen könnte. Doch da habe ich mich verrechnet. Der Roman muß noch etwas warten.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Shaftoe » Sa 11. Mai 2013, 18:56

Eben ausgelesen und noch viele Gedanken im Kopf:

Kjell Westö - Geh nicht einsam in die Nacht

Feine, unaufdringliche Geschichte über Freundschaften die sich über Jahrzehnte halten. Oft melancholisch aber weit davon entfernt ins sentimentale abzugleiten, wird nicht mein letzter Westö sein.

Grüße
Als wir unser Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten verdoppelten wir unsere Anstrengungen Mark Twain
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Sa 11. Mai 2013, 19:44

Ich habe von Westö mal Vom Risiko, ein Skrake zu sein probiert, bin aber nicht warm mit ihm geworden.
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » So 12. Mai 2013, 11:55

Moin miteinander und einen schönen Sonntag :D

ich habe Die verschwundene Frau von Sara Paretsky ausgelesen und bin begeister.

Publishers Weekly meint:
Eine Reise durch die Hölle und zurück. Einnehmend, fesselnd und voller Tempo.


Das trifft dieses Buch voll auf den Kopf. Seit dem ersten Satz wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Und leider muss ich es wieder hergeben, da es aus der Bibliothek ausgeliehen ist.

Lange bevor ich wusste, dass V.I. Warshawski eine Romanfigur ist, habe ich sie im TV kennengelernt. In dem Film "V.I. Warshawski – Detektiv in Seidenstrümpfen". Kathleen Turner verkörperte damals die taffe Privatdetektivin. Ich fand den Film toll, gab es hier doch mal ein Pendant zu den coolen Herren der Schöpfung mit demselben Beruf.
Für Warshawski scheint dies aber nicht nur ein Beruf zu sein, sondern auch eine Berufung. Und das, wo sie nicht mehr die Jüngste ist. V.I. hat die Vierzig schon überschritten, befindet sich finanziell immer am Limit und sollte eigentlich an ihre Krankenversicherung und Altersvorsorge denken. Denn sie verfolgt nicht nur Fälle, für die sie bezahlt wird, nein, sie steckt ihre Nase auch dahin, wo nichts für sie rausspringt, es ihr aber ordentlich ans Leder gehen kann.

Wie in diesem Fall. V.I. Warshawski ist mit zwei Begleiterinnen auf dem Heimweg, als sie plötzlich auf die Bremse treten muss, weil jemand auf der Straße liegt. Eine junge Frau, die übel zugerichtet aussieht.
Nachdem die Polizei den Fall ganz normal aufgenommen hat, bekommt V.I. am nächsten Tag plötzlich Besuch von einem fiesen Cop, der ihr einen Mord anhängen will. Und V.I. kann sich noch so oft vornehmen, sich nicht weiter darum zu kümmern, in diesem Fall bleibt ihr nichts anderes übrig, da man sie von außen immer wieder mit hineinzieht. Und so beginnt sie zu recherchieren, was ihren Gegner immer gefährlicher werden lässt. So wird ihr Büro durchsucht, ihr Drogen untergejubelt, bis sie sogar wegen angeblicher Kindesentführung im Gefängnis landet. In dem Gefängnis, in dem auch die junge tote Frau war, die sie auf der Straße gefunden hat.
Und statt sich von ihrem Anwalt auf Kaution freikaufen zu lassen, bleibt sie nun drin und recherchiert weiter. Und nun wirklich unter Lebensgefahr.

Im Krimiblog findet sich noch ein kleiner Filmausschitt. Leider nur auf Englisch.
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Bonny » Mo 13. Mai 2013, 09:10

Guten Morgen zusammen,

ich habe am (für mich) langen Wochenende den Feind im Schatten augelesen und muss sagen, dass ich schon ein wenig Wehmut empfinde, da es der letzte Wallander-Krimi ist. Ich kam trotz seiner Depressivität immer ganz gut mit Kurt zurecht ;).
Zwischendurch wurden immer wieder Dinge aus Wallanders Vergangenheit und aus früheren Büchern eingeflochten, verarbeitet und abgeschlossen.
Der Roman hatte aber auch eine spannende Krimi-Handlung, die in der Spionage-Szene angesiedelt war und mir gut gefallen hat, obwohl mir normalerweise Spionage-Romane nicht so liegen. Aber das Hauptaugenmerk liegt ja bei diesen Büchern beim Kommissar und den Dingen, die er tut und erlebt, und so hat man als Leser denn auch neben der Aufklärung des Falles miterlebt, wie Wallander zum ersten Mal Großvater wird, wie sich sein Verhältnis zu seiner Tochter entwickelt und wie er so langsam immer öfter Gedächtnisaussetzer bekommt... wobei letzteres wirklich nur nebenbei beschrieben und nicht groß ausgeschlachtet wurde. Im Vordergrund stand eindeutig der Kriminalfall.

Als nächstes habe ich mich spontan für Das Mädchen auf den Klippen von Lucinda Riley entschieden. Dieses Buch habe ich mir letztes Jahr gekauft, weil mir das Cover so gut gefiel... Es ist recht einfach geschrieben und läuft, glaube ich, ein bisschen auf eine Schmonzette heraus, aber das ist für zwischendurch schon ok ;).
Grania Ryan, eine in New York lebende, erfolgreiche Bildhauerin, kehrt nach einer Fehlgeburt zur Erholung in ihr Elternhaus in West Cork, Irland, zurück, und begegnet bei einem Spaziergang auf den Klippen der 8-jährigen Aurora, mit der sie sich sehr zum Missfallen ihrer (Granias) Mutter anfreundet. Auroras Mutter hat sich vor drei Jahren von den Klippen gestürzt und irgendein dunkles Geheimnis verbindet die beiden Familien. Deshalb ist es Granias Mutter auch gar nicht Recht, dass Auroras Vater, der natürlich der attraktivste Mann ist, dem Grania je begegnet ist..., eine eigenartige Faszination auf ihre Tochter ausübt.
Ich bin gespannt, ob das Buch so vorhersehbar bleibt wie es den Anschein hat... ;)
Liebe Grüße,
Sabine

:lesen_und_nachdenken:
Buch:
Tess Gerritsen - Blutzeuge (Rizzoli & Isles, Band 12)
Stevens, Chevy - Ich beobachte dich

E-Book:
Celeste Ng - Kleine Feuer überall
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mo 13. Mai 2013, 09:18

JMaria hat geschrieben:Am gestrigen Feiertag habe ich in Parallelgeschichten von Peter Nadas weitergelesen und habe das 1. Buch beendet, sind 501 Seiten von 1724 Seiten!

Wegen den ausführlichen Beschreibungen fordert das Buch ohne Zweifel Ausdauer, insbesondere wenn es um körperliche Befindlichkeiten geht. Manchmal hat man als Leser das Gefühl der Autor lässt einen im Stich, denn er führt mich in viele Parallelgeschichten, die sich sogar kreuzen, aber man steht auch vor einer gewissen Leere, weil manche Stränge ins Nichts führen.

Für mich sind die Szenen über körperliche Befindlichkeiten (sehr schön ausgedrückt, JMaria) mitunter etwas abschreckend. Er beschreibt ja alles - im Grunde noch mehr, als ich mir vostellen möchte. Trotzdem gibt es wieder Teile, die sich davon sehr abheben und die mir auch gefallen. Bisher für mich ein zwiespältiges Lesen.

Da es nicht mehr lange bis zum Urlaub ist, in den ich diesmal wohl nur den Kindle mitnehme, habe ich zu einem schnell zu lesenden Buch gegriffen, den Beginn einer Serie: Kelly Armstrong - Bitten (dt: Die Nacht der Wölfin)

Elena lebt in Toronto, ist hübsch, bindungsgestört, tough und ein Werwolf, seit sie gebissen worden ist. Sie versucht ein einigermaßen normales Leben zu leben, da kommt ein Anruf ihres Rudels und sie muss helfen, die Gefahr abzuwenden.

Spannend, unsentimental und aus der Ich-Perspektive einer Frau, die auch nur versucht, ihren Platz im Leben zu finden, einem Leben allerdings, das auch eine sehr abenteuerliche Dimension bietet.
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mi 15. Mai 2013, 15:38

Hallo zusammen,

meine ersten Urlaubstage liegen hinter mir, und ich konnte inzwischen abschalten. Das tut gut, und war auch sehr nötig.

Wie immer im Urlaub komme ich nicht so viel zum lesen, was aber nichts macht, denn ich wende mich den Dingen zu, zu denen ich sonst nicht so komme. So waren wir z. B. im wunderbaren Mediterana (Saunalandschaft), wofür wir von der Hochzeit noch Gutscheine für Tageskarten und einen Restaurantbesuch darin hatten. Es war so schön! :-)

Dennoch habe ich ein paar wenige Seiten in Jane Austens „Mansfield Park“ gelesen. Mir geht es wie Steffi. Im Gegensatz zu anderen Hauptfiguren in Jane Austen-Romanen ist Fanny sehr angepasst und stets im Hintergrund. Doch ich weiß daran zu schätzen, dass sie sehr authentisch wirkt. Und Langeweile kommt keine Sekunde lang auf. Fannys Cousinen sind nun außer Haus (Maria hat geheiratet), und Fanny bekommt mehr Aufmerksamkeit als bisher. Ich denke ein neuer Abschnitt beginnt.

@Steffi: Wie ich sehe, vertreibst Du Dir die Zeit bis zum Urlaubsbeginn mit einem kurzweilgem Lesevergnügen, neben den „Parallelgeschichten“.

@Maria: Dass Dich die „Parallelgeschichten“ so intensiv beschäftigen und zu faszinieren wissen, ist schön. Zumal es ja ein gewaltiges Werk ist, das Ihr da lest.

@Yvonne: Die Dinge, die Dich an „Das Verschwiegene“ von Linn Ullmann stören, würden mich vermutlich auch stören. Farblose Figuren können mir die beste Handlung vermiesen (mir fehlt dann einfach die Substanz), und eine unstrukturierte Erzählweise kann mir schnell Probleme bereiten, es sei denn ein Autor versteht sich darin sehr gut. Da Dich die starken Passagen in dem Buch bei der Stange halten, bin ich gespannt was Du abschließend dazu sagen wirst.

Wie es Dir dann im Anschluss mit „Der Besucher“ ergeht, darauf bin ich gespannt.

Shaftoe: Klingt sehr schön, was Du über „Geh nicht einsam in die Nacht“ berichtet hast. Könnte auch was für mich sein. Ich werde bei Gelegenheit mal reinlesen.

@Didonia: Sehr interessante Eindrücke, die Du da mit uns zu „Die verschwundene Frau“ von Sara Paretsky teilst.Dass "V.I. Warshawski – Detektiv in Seidenstrümpfen" mit Kathleen Turner mit diesem Buch in Verbindung steht, war mir gar nicht bewusst.

@Bonny: Immer schade, wenn man den letzten Band einer Serie gelesen hat, die man gerne mag. Da kann ich Dich gut verstehen.

Dass der Inhalt von „Das Mädchen auf den Klippen“ mit dem schönen Cover nicht ganz mithalten kann, ist schade. Aber vielleicht hat es sich ja doch noch überraschend entwickelt.

@Manuela: Wie hat Dir "Der Kindersammler" von Sabine Thiesler denn gefallen?
Liebe Grüße,
Petra


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Ich höre gerade: :kopfhoerer:
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Turni » Mi 15. Mai 2013, 20:25

Gerade fehlt mir die Lesezeit :o

Ich lese immer noch Das Lavendelzimmer von Nina George.
amazon beschreibt das Buch kurz so:
Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 2. Mai 2013
Er weiß genau, welches Buch welche Krankheit der Seele lindert: Auf seinem Bücherschiff, der »literarischen Apotheke«, verkauft der Pariser Buchhändler Jean Perdu Romane wie Medizin fürs Leben. Nur sich selbst weiß er nicht zu heilen, seit jener Nacht vor 21 Jahren, als die schöne Provenzalin Manon ging, während er schlief. Sie ließ nichts zurück außer einem Brief – den Perdu nie zu lesen wagte. Bis zu diesem Sommer. Dem Sommer, der alles verändert und Monsieur Perdu aus der kleinen Rue Montagnard auf eine Reise in die Erinnerung führt, in das Herz der Provence und zurück ins Leben.

Meine Meinung nach 250 Seiten:
Melancholisch, romantisch, sehr gut
Ending a novel is almost like putting a child to sleep—it can't be done abruptly.

Colm Tóibín
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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon Momo111 » Mi 15. Mai 2013, 20:56

Turni hat geschrieben:Gerade fehlt mir die Lesezeit :o

Ich lese immer noch Das Lavendelzimmer von Nina George.
amazon beschreibt das Buch kurz so:
Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 2. Mai 2013
Er weiß genau, welches Buch welche Krankheit der Seele lindert: Auf seinem Bücherschiff, der »literarischen Apotheke«, verkauft der Pariser Buchhändler Jean Perdu Romane wie Medizin fürs Leben. Nur sich selbst weiß er nicht zu heilen, seit jener Nacht vor 21 Jahren, als die schöne Provenzalin Manon ging, während er schlief. Sie ließ nichts zurück außer einem Brief – den Perdu nie zu lesen wagte. Bis zu diesem Sommer. Dem Sommer, der alles verändert und Monsieur Perdu aus der kleinen Rue Montagnard auf eine Reise in die Erinnerung führt, in das Herz der Provence und zurück ins Leben.

Meine Meinung nach 250 Seiten:
Melancholisch, romantisch, sehr gut


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Re: Leseerlebnisse 2013... Ich lese gerade...

Beitragvon YvonneS » Do 16. Mai 2013, 10:06

Petra hat geschrieben:@Yvonne: Die Dinge, die Dich an „Das Verschwiegene“ von Linn Ullmann stören, würden mich vermutlich auch stören. Farblose Figuren können mir die beste Handlung vermiesen (mir fehlt dann einfach die Substanz), und eine unstrukturierte Erzählweise kann mir schnell Probleme bereiten, es sei denn ein Autor versteht sich darin sehr gut. Da Dich die starken Passagen in dem Buch bei der Stange halten, bin ich gespannt was Du abschließend dazu sagen wirst.


Hallo Petra und alle anderen,

„Das Verschwiegene“ habe ich jetzt erst einmal zur Seite gelegt, ob ich es irgendwann nochmal weiterlesen werde, weiß ich jetzt noch nicht. Einen wirklich positiven Effekt hat das Buch allerdings: Es wirkt besser als jede Schlaftablette. Zwei, drei Seiten gelesen und mir fielen die Augen zu. ;)

Innerhalb von drei Tagen weggelesen habe ich dagegen „Das Dorf der Mörder“ von Elisabeth Herrmann. Ein wirklich spannender Krimi/Thriller mit einer dichten schlüssigen Handlung, die einen von der ersten Seite an in ihren Bann zieht. Teilweise war die Geschichte auch schockierend, ohne jedoch übertrieben blutrünstig zu sein. Das Schockierende lag eher in dem begründet, was sich Menschen gegenseitig antun und wie kollektives Stillschweigen und Wegsehen Verbrechen fördert. Die Autorin lässt hier und da Gesellschaftskritik durchklingen, ohne den Zeigefinger zu erheben. Man ahnt als Leser zwar irgendwann die Zusammenhänge, kann sich aber bis zum Schluss nie ganz sicher sein. Das ganze Ausmaß des Verbrechens begreift man erst auf den letzten Seiten, wenn alle Puzzleteile an ihre Stelle fallen und das komplette Bild entsteht.

Begonnen habe ich gestern mit „Ein Brief aus England“ von Brigitte Beil, das mir letztens im Buchladen ins Auge gefallen ist, weil es aus dem btb-Verlag stammt und ich mit Büchern aus diesem Verlag bisher meist gute Erfahrungen gemacht habe. Ich war von der ersten Seite an gleich in der Geschichte drin, in der es um eine Frau geht, die zwar eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist, nach einer Kindheit ohne Geborgenheit und Nestwärme – sie wurde von ihren Eltern verlassen und ist in Kinderheimen aufgewachsen – keine Emotionen und Gefühle zulässt, diese vielmehr tief in sich vergraben und eine Schutzmauer um sich aufgezogen hat. Erst als besagter Brief aus England eintrifft, beginnt diese Schutzmauer zu bröckeln und sie muss sich nicht nur ihrer Vergangenheit stellen, sondern auch ihr Verhältnis zu ihren Mitmenschen, hier besonders zu ihrer Tochter, überdenken. Und sie muss lernen, Gefühle zuzulassen. Die ersten 50 Seiten waren schon mal vielversprechend und lassen auf einen psychologisch ausgefeilten Roman hoffen.
Liebe Grüße
Yvonne



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Nicht höher, schneller, weiter - sondern langsamer, bewusster, menschlicher.
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