von Trixie » So 14. Dez 2014, 18:10
Hallo alle,
ich glaube, hier haben schon einige die letzte Staffel der Poirot-Verfilmungen mit David Suchet teilweise oder auch ganz gesehen. Daher wage ich mich mal mit einigen Eindrücken vor zu der letzten Episode, Die Arbeiten des Herkules, also dem vorletztem Film der gesamten Reihe.
Ich bin, ehrlich gesagt, enttäuscht. Wenn ich genau bin, sogar von praktisch der gesamten letzten Staffel und von einigen Episoden aus der vorletzten ebenso. Darüber haben wir hier ja bereits diskutiert. Ich bin enttäuscht, weil die Macher der Serie in diesen letzten beiden Staffeln nahezu alles, wofür sie in den elf Staffeln zuvor bekannt geworden sind und was absolut perfekte Verfilmungen einer literarischen Vorlage waren, nun über Bord geworfen zu haben scheinen. Wo ist die Vorlagentreue, auf die in den ersten Jahren der Serie so viel merkbarer Wert gelegt worden war? Wo ist der humorvolle und optimistische Unterton geblieben? Ja, es geht auf das traurige Ende der Serie zu, aber mußte man dafür wirklich über einen Großteil der letzten zwei Staffeln Anlauf nehmen?
In Die Arbeiten des Herkules gewann ich irgendwie den Eindruck, daß hier nicht mehr viel Liebe zum Stoff drin lag, als wäre man ein wenig müde geworden und wollte alles nur noch in einer halbwegs akzeptablen Weise zuende bringen. Die Luft hat wohl nicht mehr gereicht, um tatsächlich alle 12 Arbeiten bzw. Fälle zu verfilmen. Dabei wäre meiner Meinung nach die Variante mit separaten, kürzeren Episoden (wie in den ersten Staffeln) Christies Buch bestimmt gerechter geworden. Weniger konfus wären sie sicher geraten. Und geht es nur mir so, oder findet ihr auch, daß in so mancher Episode der letzten beiden Staffeln die Schauspieler eine suboptimale Darstellung boten? So stereotyp und uninspiriert, und der Dialog vorgetragen wie auf einer Probe. Andererseits gab vermutlich das Drehbuch nicht wirklich mehr her. Die Abweichungen zur Literaturvorlage waren extrem und brachten gleichzeitig noch nicht einmal einen erkennbaren dramaturgischen Vorteil für die Verfilmung. Denn ich weiß durchaus, daß beim Umsetzen von einem Medium in das andere Änderungen notwendig sind, und ich könnte auch damit leben. Aber zuletzt waren sie in dieser Serie einfach zuviel.
Ich denke daher, für mich werden die Episoden der ersten Jahre meine bevorzugten sein, die ich weiterhin oft und immer wieder ansehen können werde.
Gruß,
Trixie
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