Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » So 5. Jun 2016, 13:32

steffi hat geschrieben:Principia von Neal Stephenson habe ich beendet und es war ein schöner, turbulenter Abschluß der Barock-Trilogie. Da wir erst kürzlich im Schloß Höchstädt waren, wo eine wichtige Schlacht im Spanischen Erbfolgekrieg stattfand, passte das genau zur politischen Thematik des Buches.

Jetzt ist mir nach etwas leichtem, ich glaube ein Agatha Christie Krimi wäre das richtige.



Hallo Steffi,

die Ausstellung kenn ich. Daraufhin habe ich mir das ebook *Der Spanische Erbfolgekrieg: 1701-1713/14 (Beck'sche Reihe ) von Matthias Schnettger*
auf den eReader geladen.

Agatha Christie ist immer geeignet ;)
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mo 6. Jun 2016, 10:54

Moin, ihr Lieben,

ein neues Lieblingsbuch hat sich in meine Liste geschlichen: Einundachtzig Worte von Elizabeth Joy Arnold. Hier habe ich mal die Rezi reingestellt.

Das war ein Lesespaß. Gegen Ende habe ich fast wieder das Atmen vergessen vor lauter Spannung.
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mo 6. Jun 2016, 12:29

Hallo Steffi,

die Ausstellung kenn ich. Daraufhin habe ich mir das ebook *Der Spanische Erbfolgekrieg: 1701-1713/14 (Beck'sche Reihe ) von Matthias Schnettger*
auf den eReader geladen.

Agatha Christie ist immer geeignet ;)


Danke für den Tip !
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Di 14. Jun 2016, 11:37

beendet:

Schami, Rafik: Sophia oder Der Anfang aller Geschichten

Bezaubernd, elegant geschrieben, Freundschaft und Loyalität in Zeiten totalitärer Regimes. Ein gelungener Roman. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine so schöne Liebesgeschichte wie zwischen Karim (75 J.) und Aida (mitte 50.) gelesen habe !

Ein Highlight in diesem Jahr!


Als Mädchen war Sophia heftig in Karim verliebt, dennoch heiratete sie einen reichen Goldschmied. Als Karim jedoch unschuldig unter Mordverdacht geriet, rettete sie ihm das Leben. Wann immer sie ihn brauche, verspricht er, wird er ihr helfen, auch unter Lebensgefahr. Viele Jahre später kehrt Sophias einziger Sohn Salman aus dem Exil in Italien nach Damaskus zurück. Plötzlich entdeckt er sein Fahndungsfoto in der Zeitung und muss untertauchen. Jetzt erinnert sich Sophia an das Versprechen Karims, der im Alter eine neue Liebe gefunden hat. In seinem neuen Roman erzählt Rafik Schami von der Macht der Liebe, die Mut und Tapferkeit gibt, die verjüngt und die Leben retten kann.
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Di 14. Jun 2016, 13:40

Maria, Dein Buch klingt ja sehr verführerisch. Ich glaube, das bestelle ich mir mal.

Ich lese derzeit Die Königin der Orchard Street von Susan Jane Gilman.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich mit den Rezensionsbüchern schwer tue. Einerseits denke ich, den Verlagen muss es ja gefallen, wie ich meine Rezis schreibe, so in Tagebuchform. Ich schreibe ja doch immer recht viel zum Inhalt. Andererseits steht in den FAQs was gänzlich anderes.
Und da komme ich ins Schleudern. Ich sitze vor der Tastatur und bekomme steife Finger. Die Biografie von Kempowski ist eine Ausnahme gewesen.
"Einundachtzig Worte" zum Beispiel hätte ich, wäre es kein Rezibuch gewesen, ganz anders geschrieben. Und auch das Katzenbuch wäre viel ausführlicher und vor allem gespickt mit Zitaten geworden.

Fazit: Wenn ich die Bücher, die ich noch habe, fertig habe, halte ich mich lieber wieder an meine und kaufe mir das, was ich haben möchte.

Nun bin ich selbst gespannt, ob mir eine Rezi zu meinem aktuellen Buch gelingt.
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Mi 15. Jun 2016, 10:03

Malkas Familie flieht aus Russland. Mit dem Schiff soll es nach Kapstadt gehen. Die Mutter versteckt in Malkas Mantel das Geld und gibt ihr Order, zu Brüllen wie am Spieß, wenn es jemand wagen sollte, an den Mantel zu gehen. Als die Mutter und Schwestern krank werden, müssen sie noch vor der Abreise in Quarantäne. Doch als der Vater Malka das Geld abnimmt, kommt sie nicht dagegen an. Dieser tauscht die Tickets nach Kapstadt gegen Tickets nach Amerika ein.
Doch vom gelobten Land merkt die Familie nichts. Sie leben weiterhin in Armut. Die Mädchen müssen arbeiten gehen. Der Vater macht sich eines Tages, wie so viele Familienväter, aus dem Staub und lässt die Familie hängen. An der ganzen Misere gibt die Mutter Malka die Schuld, weil sie es zugelassen hat, dass der Vater das Geld nahm.
Auf der Suche nach dem Vater rannte Malka vor ein Pferdegespann und wurde so schwer verletzt, dass sie in ein Spital musste. Die Mutter wollte sie nicht zurück haben.

Schlimm genug, dass sie eines von vier Mädchen ist. Schlimm genug, dass sie hässlich ist. Und jetzt sagen Sie mir auch noch, dass sie ein Krüppel ist? Bitte, Herr Doktor, sagen Sie's mir. Was soll ich mit so einer Tochter anfangen? [...] Behalten Sie sie meinetwegen. Sie ist nutzlos.


Als es Malka einigermaßen ging, holte sie Mr. Dinello, durch dessen Pferd sie den Unfall erlitt, aus dem Spital zu sich nach Hause. Gegen den Willen seiner Frau. Die Dinellos hatten drei Söhne.
Es war der Sommer 1913. Es herrschte eine verheerende Sommerhitze. Es war Poliozeit. Diphterie, rheumatisches Fieber, Cholera. Malkas Schwester Rose ist an Typhus gestorben. Die Mutter verlor den Verstand und wurde eingewiesen.

Ein wenig Schonzeit gönnte Mrs. Dinello Malka. Sie konnte kaum laufen. Ihr Bein war geschient und verbogen. Sie musste lernen, an Krücken zu laufen. Doch allzu viel Zeit ließ sie ihr nicht, dann musste Malka für Kost und Logis mitarbeiten. Und so lernte sie von der Pike auf die Eisherstellung.

Das war Malkas erstes Jahr im Land der Möglichkeiten. Die Dinellos ließen sie taufen. Die Legende ihres amerikanischen Lebens begann nun mit dem Namen Lillian Maria Dinello.
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Mi 15. Jun 2016, 10:13

Didonia hat geschrieben:Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich mit den Rezensionsbüchern schwer tue. Einerseits denke ich, den Verlagen muss es ja gefallen, wie ich meine Rezis schreibe, so in Tagebuchform. Ich schreibe ja doch immer recht viel zum Inhalt. Andererseits steht in den FAQs was gänzlich anderes.
Und da komme ich ins Schleudern. Ich sitze vor der Tastatur und bekomme steife Finger. Die Biografie von Kempowski ist eine Ausnahme gewesen.


Kann ich verstehen !
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Didonia » Do 16. Jun 2016, 22:46

Ich versuche jetzt einfach mal, FAQs FAQs sein zu lassen und die Rezis weiterhin auf meine Art zu schreiben.

Bei der Geschichte über Malka ist mir das wieder ganz gut gelungen. Wenn es nicht gefällt, können sich die Verlage ja melden.

Lillian Maria Dinello erzählt uns hier ihre Geschichte. Und sie spricht uns dabei persönlich an: Meine Schätzchen. "Verklagt mich doch" ist einer ihrer Lieblingssätze, der immer wieder mal auftaucht.

Sie erzählt uns, wie viele Männer die essbare Eistüte erfunden und sie bei der großen Weltausstellung vorgestellt haben wollen, über die ersten modernen Eismaschinen. Der Erste Weltkrieg, der den Dinellos die Söhne kostete. Die Spanische Grippe, die sogar mit der Pest verglichen wurde.

Lillian besucht die Schule. Mrs. Dinello schickte sie sogar aufs College. Sie meint, da Lillian nie richtig körperlich wird arbeiten können, muss sie mit dem Kopf arbeiten. Als das Ehepaar immer älter wird, vertraut sie Lillian sogar die Geschäftsbücher an.

Und als man gerade beginnt zu denken, wie es weitergehen wird, gibt es eine Wendung in der Geschichte.
Doch lest selbst...

Susan Jane Gilman stammt aus New York und hat an der Universität von Michigan Kreatives Schreiben studiert. Nach drei Sachbüchern ist dies ihr erster Roman. In einer Buchwidmung erwähnt sie Frank McCourt. Ihr Schreibstil erinnert mich ein wenig an ihn. Auch sie benennt, wie er, die Armut und den Dreck, in dem die Menschen damals lebten, beim Namen.
Durch Lillians Erzählung erfahren wir auch ein bisschen Amerika-Geschichte.

Mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen. Biografien, auch wenn sie als Roman daherkommen, mag ich gerne lesen. Und Susan Jane Gilman hat so einen schönen Schreibstil, dass man, wenn man sich erst einmal mit dem Buch hingesetzt und begonnen hat, es nicht mehr beiseite legen mag.
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Fr 17. Jun 2016, 15:38

Ina hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich schreibe hier ja eher selten, aber heute möchte ich doch mal eine kleine Empfehlung abgeben. Ich habe gerade Das Mädchen mit dem Fingerhut von Michael Köhlmeier beendet.
Das Buch hat nur 140 Seiten und liest sich sehr flott. Eine Erzählung ohne wirklichen Anfang und auch das Ende bleibt offen. Erzählt wird
eine kurze Episode aus dem Leben dreier Kinder, die sich allein auf der Straße durchschlagen. Das Leben auf der Straße ziehen sie, im strengsten Winter und immer hungrig, einem Aufenthalt im Kinderheim vor. Warum bleibt unerklärt. Was mich unglaublich beeindruckt hat war mit wieviel Umsicht und Intelligenz die Kinder ihren Alltag gemeistert haben. Ein lesenswertes Buch.



Hallo Ina,

Ich habe das Büchlein nun ebenfalls gelesen.
Mir erging es genauso. Die Geschichte hat mich beeindruckt. Man bleibt nachdenklich zurück. Ein Märchen mit offenen Ende, wo sich Gutes und Böses die Hand reichten.
Schöne Grüße, Maria
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Re: Leseerlebnisse 2016.... Ich lese gerade...

Beitragvon Ina » Fr 17. Jun 2016, 15:49

@ JMaria Ja, nicht wahr.
Obwohl es ja nun schon eine Weile her ist, dass ich das Buch gelesen habe, schwirrt es immer mal wieder durch meine Gedanken.
Ich mag solche Bücher die so einen nachdrücklichen Eindruck hinterlassen. An viele Bücher - die ich auch durchaus gerne und mit Freude gelesen habe - kann ich mich nicht mehr erinnern.Die tauchen erst dann wieder auf, wenn ich in meinen Lesetagebüchern blättere.
:lesen_und_nachdenken:
Liebe Grüße
Ina

Beim Lesen können wir an viele Orte reisen, vielen Menschen begegnen und die Welt besser verstehen.
(Nelson Mandela)
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