Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Rachel » Mo 15. Feb 2010, 00:23

Hallo Maria,

JMaria hat geschrieben:das Buch habe ich vor Jahren gelesen. Gefiel mir gut. Zurück blieb, dass ich mich an eine melancholische Grundstimmung erinnere. :?:

oder ich habe das so empfunden, weil das ....Spoilerschrift ... Unternehmen scheitert. ... Spoilerende.

Was nicht weiter schlimm ist, aber es ließ einen doch etwas melancholisch zurück. Die Dorfgemeinschaft war wirklich sehr altertümlich. :)

Ja, ein bisschen melancholisch ist das Buch schon. Spoiler: Es scheitert ja nicht nur ihre Buchhandlung, sondern auch die Sache mit Mr. Brundish, der sich eigentlich für ihre Buchhandlung einsetzte, bevor er starb, während Mrs. Green aber erzählt wird, auch er hätte sich gegen sie gestellt, empfand ich als sehr traurig. Im Buch blitzt aber auch immer wieder ein leiser Humor durch, der mir sehr gefallen hat. Und diese Dorfgemeinschaft ist ja schon sehr eigen.

Hast Du schon irgendetwas anderes von Penelope Fitzgerald gelesen? Mich würde ja noch besonders "Die blaue Blume", ein Roman über Novalis, reizen.
Liebe Grüße,
Rachel

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Dana » Mo 15. Feb 2010, 11:34

Hallo zusammen,
nach ein paar Tagen Foren-Abstinenz melde ich mich zurück mit folgendem Buch: Barbara Erskine "Die Königin des Feuers" Eine geheimnisvolle Brosche führt die junge schottische Wissenschaftlerin Vivienne Rees in die Welt der keltischen Königin Cartimandua. Schon bald scheint ihr Leben unheilvoll mit dem tragischen Schicksal der kämpferischen Regentin verknüpft zu sein. Eine gefährliche Reise in die Vergangenheit beginnt.
Ich mag die Bücher von Erskine sehr und fühle mich bisher gut unterhalten.
Am Freitag im Flugzeug habe ich parallel dazu von Minck & Minck "abgemurkst" begonnen, alldieweil B. Erskine ein richtig dicker HC-Schmöker ist. :)
@Petra: Sorry, meine Antwort kommt etwas spät, Grund siehe oben. Ich habe von Anne George alle 4 von ihr bisher in Deutschland erschienen Bücher über die beiden Schwestern zu Hause (du weißt ja, ich muss ja möglichst alle Serien komplett haben). Gelesen habe ich bisher 3. Wie gesagt, es ist nette Unterhaltung für zwischendurch und mit großen Abständen zwischen den Büchern ist das Nervige auch gut zu ertragen. :)
Liebe Grüße
Dana


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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon JMaria » Mo 15. Feb 2010, 12:06

Rachel hat geschrieben: Ja, ein bisschen melancholisch ist das Buch schon. Spoiler: Es scheitert ja nicht nur ihre Buchhandlung, sondern auch die Sache mit Mr. Brundish, der sich eigentlich für ihre Buchhandlung einsetzte, bevor er starb, während Mrs. Green aber erzählt wird, auch er hätte sich gegen sie gestellt, empfand ich als sehr traurig. Im Buch blitzt aber auch immer wieder ein leiser Humor durch, der mir sehr gefallen hat. Und diese Dorfgemeinschaft ist ja schon sehr eigen.

Hast Du schon irgendetwas anderes von Penelope Fitzgerald gelesen? Mich würde ja noch besonders "Die blaue Blume", ein Roman über Novalis, reizen.



Hallo Rachel,

jetzt erinnere ich mich wieder genauer. Das wars, was du im Spoiler erwähnst! Die Autorin finde ich interessant. Mehr habe ich allerdings von ihr auch noch nicht gelesen. "Die blaue Blume" und "Frühlingsanfang" sind auf meiner Wunschliste. "Die blaue Blume" noch eher, da mich ebenfalls das Thema Novalis reizt.

Liebe Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Doris » So 21. Feb 2010, 18:30

Hallo alle miteinander,

in diesem thread war ich einige Tage nicht und muss wohl noch etwas nachholen. Also nach Barbara Vine habe ich diese beiden gelesen:

Blutrote Nacht - Jarad Henry
Kurzbeschreibung
Detective Rubens McCauley kennt St. Kilda, Szene-Vorort von Melbourne, wie seine Westentasche. Als ein toter Junge neben einer Spritze gefunden wird, scheint der Fall klar - ein Drogentoter. Doch Rubens fallen Ungereimtheiten auf. Wo ist das Handy des Toten? Wo die Verpackung der Spritze? Als er Nachforschungen anstellt, begreift er, dass der Tote kein Junkie war, sondern eine Erpressung plante. Wenig später wird der nächste tote Junge gefunden ...

Die verrückten Flanagans - Elizabeth Kelly
Kurzbeschreibung
Geld allein macht nicht glücklich – sondern verrückt. Fragen Sie mal die Flanagans!

Collie Flanagan ist gewissenhaft, strebsam und anständig – und das schwarze Schaf der Familie. Sein Bruder Bingo ist faul, großmäulig, draufgängerisch und ihr ganzer Stolz. Denn die Flanagans sind völlig übergeschnappt, und ihr riesiges Landhaus ist ein Biotop für Neurosen. Vater Charlie ist Trinker, Frauenheld und Prediger seiner anarchischen Weltsicht. Mutter Anais ist Millionenerbin, erklärte Marxistin und hasst ihren steinreichen Vater. Ständig umgeben von einem Rudel Hunden liefert sie sich regelmäßige Scharmützel mit ihrem Schwager Tom Flanagan, der der Familie den Haushalt führt und Brieftauben züchtet, die alle die Namen irischer Freiheitskämpfer tragen.

Bei einem Ausflug muss Collie dabei zusehen, wie sein Bruder ertrinkt. Den Flanagans ist anzumerken, dass sie den Verlust von Collie besser hätten verschmerzen können als den von Bingo. Beladen mit einem schweren Schuldkomplex versucht Collie von nun an verzweifelt, seinen Platz in der Welt zu finden. Er wird Playboy, Aktivist im Dschungel von El Salvador und schließlich renommierter Arzt. Doch der Frieden mit sich selbst und den Flanagans ist auf einem ganz anderen Weg zu finden.

Ein herzerwärmender und urkomischer Roman über die Beschwerlichkeit und die Bedingungslosigkeit der Liebe in einer Familie.

Gestern Abend habe ich mit diesem Krimi hier angefangen und auch der gefällt mir bisher sehr gut:

Ein leichtes Ziel - Margaret Coel
Kurzbeschreibung
Nur knapp entkommt Catherine McLeod während eines nächtlichen Spaziergangs mit ihrem Hund einem unbekannten Angreifer. Doch was zunächst ein böser Zufall scheint, entpuppt sich als gezielter Anschlag auf ihr Leben. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Botschaften, die ihr der Killer schickt, und ihrer Arbeit als Reporterin für eine große Tageszeitung in Denver? Plötzlich ist es keine Frage von Ehrgeiz mehr, ob Catherine ihre große Story zur Kommunalpolitik als erste veröffentlicht. Es ist eine Frage von Leben und Tod.

Herzlichst, Doris


Edit: Es ist zwar erst Februar, aber die Flanagans werden mit Sicherheit auf meiner Jahresbestenliste zu finden sein.
"Das richtige ist das intensive Buch. Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt und nicht mehr los läßt - bis zum Ende nicht, lies oder stirb! Dann liest man lieber." Kurt Tucholsky
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Binchen » So 21. Feb 2010, 22:03

Liebe Doris,

diese kleinen Nachsätze dieser Art:

Edit: Es ist zwar erst Februar, aber die Flanagans werden mit Sicherheit auf meiner Jahresbestenliste zu finden sein.


haben es aber in sich - so so - Das Buch ist gerade erst draußen und hat dich sooo beeindruckt, wenn das nicht zu erhöhter Beobachtung führt ....

Beim nächsten Besuch in einer Buchhandlung ist es hoffentlich da und ich kann mal reinlesen
Winke Binchen
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon steffi » Mo 22. Feb 2010, 11:33

Ich habe mit Herztier von Herta Müller begonnen.

Und ich muss sagen, es ist faszinierend, aber auch anstrengend. Müller hat schon einen sehr eigenen Stil, nicht flüssig wie eine normale Geschichte sondern mehr in Richtung moderne Lyrik. Sie baut Bilder auf, die sie nachher wieder als Metaphern hernimmt, vieles sind Andeutungen und man muss schon sehr aufmerksam lesen und sich voll auf den Text einlassen. Schon durch kleine Worte ergeben sich Gefühle, ein Halbsatz kann eine ganze Geschichte erzählen.

So schreibt sie z.B. über (ihre?) Grossmutter: Das Kind hat zwei Grossmütter. Die eine kommt am Abend mit ihrer Liebe ans Bett, und das Kind sieht zur weißen Zimmerdecke, weil sie gleich beten wird. Die andere kommt am Abend mit ihrer Liebe ans Bett, und das Kind schaut ihre dunklen Augen an, weil sie gleich singen wird. ... Die singende Grossmutter lebt neun Jahre länger als die betende Grossmutter. Und sechs Jahre länger lebt die singende Grossmutter länger als ihr Verstand. Sie erkennt keinen mehr im Haus. Sie erkennt nur noch ihre Lieder.

Durch den Stil gibt es eine große Distanz zwischen der Geschichte oder der Ich-Erzählerin und dem Leser. Mir kommt es vor, als ob ich als Leser diese Distanz überwinden muss, anstatt dass die Geschichte zu mir kommt.
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon SilkeS. » Mo 22. Feb 2010, 15:50

Hallo!

ich muß Euch GANZ dringend von meiner aktuellen Lektüre erzählen. Und zwar ist es
Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher

Inhalt:
Können Bücher wirklich träumen? Bücher können alles – sogar töten!

Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, in die Stadt der Träumenden Bücher … Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Nur wer bereit ist, derartige Risiken in Kauf zu nehmen, möge dem Autor folgen.

Es war wirlich so, das mir ständig und dauern jemand von dem Buch vorgeschwärmt hat und ich dachte noch,:"Ja der Titel, hört sich extrem klasse an", ABER mit Walter Moers verbinde ich ja leider immer "Das kleine Arschloch" und die Lektüre geht ja so garnicht!!!!
Auch habe ich mit Fantasy wirklich meine Schwierigkeiten.
Ich habe z.B. alle7 Bände (oder waren es doch nur 6) von Harr Potter gelesen. Aber eigentlich nur weil ich Harry und seine Freunde mochten, aber so ab dem 4 Teil wurd es mir zu gruselig, zu fantastisch zu verworren.
Herr der Ringe. ich bin einer der wenigen Verfecherinnen, die Bd. 1 total schön fand und bei bd. 3 das große Grausen kriegen. Die meisten mögen ja nur Bd. 3

Tja und jetzt das. ABER mich hat einfach die Warnung von Anfang des Buches dermaßen neugierig gemacht - der unbekannte Nervenkitzel, daß ich mir das Buch nun doch mal aus der Bibl ausgeliehen habe und gestern endlich anfangen konnte zu lesen.
Ich finde allein schon das halten, des großformatigen Hardcover ist echt ein Erlebnis, oder das Umblättern. Dieser Radius, den die Seiten brauhen umvon rechts nach links umzuschlagen, PHÄNOMENAL!!!
Dann die Seiten anfür sich, die sind so dick, so griffig und riechn eben wirkich nach Buch, nach Papier, nach Staub, nach.....Abenteuer.

Die Geschichte hat mich, sobald Hildgunst von Mytehnmetz in Buchhaim angekommen war, total gepackt.
Ich saß zu der Zeit in der Badewanne. Ich merkte nicht daß das Wasser kalt wurde, ich merkte nicht daß eine Haut schrumpelig wurde wie eine überreife Orange, ich war einfach nur noch Atemlos gefangen.
Und was mich total verwundert hat, eben weil ich eigentlich mit Fantasy nichts anfangen kann, daß meine Toleranzgrenze, wenn dabei Bücher eine Rolle spielen total weit oben ist, so als gäbe es die garnicht!!!! Ich meine Buch und Fantasy und alles ist Möglich *lach*

Gruß SilkeS.
SilkeS.
 
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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Petra » Di 23. Feb 2010, 10:51

Hallo zusammen,

es gibt zu Euren Posting wieder so einiges zu sagen:

Die Sternchenvergabe bei den Rezensionen. Da bin ich immer noch nicht ganz zufrieden. Denn eigentlich geht es mir auch so wie Dir, Binchen, dass mir das Thermometer bei der Krimicouch gut gefällt. Man kann damit genauere/feinere Differenzierungen machen als mit einer Höchpunktzahl von 5 (oder wie ich es bis Ende 2009 gemacht habe: max. 4). Somit überlege ich weiterhin wie ich das anders machen könnte mit meiner Bewertungsskala. Für Ideen bin ich offen. Und ich denke auch selbst noch mal gründlich darüber nach.

Doris, vielen Dank dass Du die Sternchenvergabe (max. 5) noch ergänzt hast. So kann ich mir viel besser vorstellen, wie gut (also in den Abstufungen) Dir ein Buch gefallen hat! :-)

Binchen, wie ich in Deiner Signatur lese, bist Du mit "Das gefrorene Licht" durch. Da Du mich überaus neugierig darauf gemacht hast (und Martina mir beim Buecher4um-Treffen auch noch den ebenfalls interessant klingenden ersten Band von Yrsa Sigurðardóttir unter die Nase gehalten hat *g*), bin ich sehr gespannt wie es Dir abschließend gefallen hat. Bitte berichte, ja?
Ich würde ja gern mal was lesen, das in Island spielt. Zumal Ayhan & ich letztens so einen interessanten Bericht im Fernsehen gesehen haben über Island. Da ist so richtige Island-Stimmung bei mir aufgekommen! (Und der Preis für die - wirklich schön gestalteten und qualitativ sehr guten - TBs so günstig ist mit seinen 7,95 €.)

Trixie, wie hat Dir der Roman von Barbara Michaels abschließend gefallen? Ich habe früher mal zwei von ihren Mystery-Thrillern gelesen. Waren auch so richtige Kuschel-Lese-Abende-Bücher! :-)

Josie, Deine abschließenden Eindrücke zu "Der Schatten des Windes" habe ich mit großem Interesse gelesen! Und Deine Eindrücke decken sich wirklich sehr mit meinen. Trotz des Hängers (weil es eben so langsam erzählt ist) hat es mir nachhaltig sehr gut gefallen. Diese kleine Durststrecke gehört im Grunde zu dem Buch dazu. Denn schneller erzählt wäre es dann doch nicht mehr das gewesen was es ist. Ich habe auch nicht bereut, durchgehalten zu haben. Aber ich finde nach wie vor: Vor dieser Durststrecke sollte man den geneigten Leser warnen.

Über den Schluss der Geschichte weiß ich nicht mehr genug - es ist zu lange her. So kann ich nicht mehr viel zu Deinen Gedanken dazu sagen. Fand sie aber interessant zu lesen. Ein bisschen aufgefrischt wurde meine Leseerinnerung dadurch wieder.

Übrigens: Es gibt ein Buch, das mir noch viel besser gefällt als "Der Schatten des Windes". Es geht da ebenfalls um Bücher und Verschwörungen. Und es ist ebenfalls von einem Spanier geschrieben. Es ist eines meiner Lieblingsbücher und heißt: "Der Club Dumas" und ist von Arturo Perez-Reverte. Eine echte Empfehlung! :-) (Hier meine :arrow: Rezension. Leider war ich damals noch nicht so geübt im Rezensionen schreiben. Heute hätte ich darüber detailierter berichten können. Aber ich hoffe und denke sie macht trotzdem Lust.)

Dass Dir im Anschluss an Carlos Ruìz Zafón Dean Koontz zu schlecht war (vom Erzählstil her), kann ich absolut verstehen! Das ist danach ein wahrer Kulturschock! :mrgreen:
Aber mit Charlotte MacLeods Peter Shandy hattest Du sicher ein schönes Kontrastprogramm - oder hast es noch. Wie weit bist Du mit "Wenn der Wetterhahn kräht"?

Rachel, Dein Vorhaben wieder mehr Bücher deutscher Autoren zu lesen, finde ich nicht schlecht! Diese Phase hatte ich letztes Jahr auch, als ich literarisch allzu viel herumgekommen war. Ich wollte mich mal wieder in der Heimat herumtreiben. Und dabei stieß ich u. a. ja auf Hans Werner Kettenbach ("Glatteis" hatte mir ja sehr, sehr gut gefallen!) und habe damit für mich eine wirkliche Entdeckung gemacht, die ich nicht missen möchte. Auch von Borger & Straub hatte ich dann mal wieder was gelesen. Mir hatte es jedenfalls literarisch in Deutschland sehr gut gefallen und ich habe vor, unser eigenes Land literarisch nie mehr so ganz zu vernachlässigen. Einfach weil es darunter wirklich gute Autoren gibt! Warum (immer) in die Ferne schweifen...
... schönes Vorhaben - und ich bin sehr interessiert an Deinen Leseerlebnissen.

Auf "Die Buchhandlung" von Penelope Fitzgerald freue ich mich nun noch mehr, da Du so begeistert davon geschrieben hast, Rachel. Ich habe es in meinem SUB. Hätte ich es nicht, könnte ich nicht widerstehen es zu kaufen - zumal für den wirklich geringen Preis!

Maria, Deine Eindrücke zu Camus' "Die Pest" habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich kenne von Camus ja bereits "Der Fremde" und "Der Fall". Beide sehr interessant - besonders "Der Fremde" hatte es mir angetan. Diese andere Sichtweise auf unsere Existenz. Wenn man nicht urteilt und wertet was gut und richtig ist oder böse und falsch, dann werden Moral und Gesetze aus den Angeln gehoben. Moral,... da gibt es dann eine tolle Szene, in der man sich mit dem Protagonisten gemeinsam fragt, WER hier eigentlich unmoralisch ist... ach... ich werde dieses Hör-Erlebnis nie vergessen! Und bin in dem Fall auch wirklich froh es GEHÖRT und nicht GELESEN zu haben. Denn ich glaube, dass mir der Sprecher (Ulrich Mattes) hier noch von seinem tiefen Verständnis für Camus' Sichtweise vieles weitergeben hat! Wer weiß ob es sonst so nahe an mich herangekommen wäre. "Die Pest" habe ich noch vor mir - ebenfalls als Hörbuch, gelesen von Ulrich Mattes. Vielleicht können wir uns bald über den Stoff austauschen.

Dana, da bist Du also mit der Serie von Anne George gut bei - kennst die vorherigen Bände also auch. Danke für Deine Gedanken zu den Büchern, so kann ich mir ein Bild davon machen. Übrigens: Minck & Minck habe ich auch noch zu Hause. Aber bin da noch nicht zum lesen gekommen.

Doris, Deine beiden Krimis hören sich gut an. Besonders aber "Die verrückten Flanagans" - zumal Du Dir im Stillen für das Buch bereits einen Platz bei den Jahreshighlights vorgemerkt hast! Wenn das mal nicht vielversprechend klingt! Werde ich mal reinlesen. Danke auch für die schöne Rezension - so kann man sich das Buch noch besser vorstellen.

Steffi, Herta Müller wird immer interessanter für mich! Ein reinlesen in "Atemschaukel" gefiel mir schon so ausgesprochen gut! Es hat mich sehr berührt - auf eine eigenartige Weise. Von ihrer eigenartigen Weise erzählst Du uns hier auch. Habe vielen Dank für die zitierte Stelle, durch die ich mir "Herztier" besser vorstellen kann. Mich spricht das ungemein an. Und ich wäre gespannt darauf, ob ich da auch so eine Distanz empfinden würde. Mir kommt dieser Auszug direkt sehr nahe. Auf eine vielleicht unpersönliche Weise. Weil die Großmütter ja austauschbar sind. Sie werden nicht näher beschrieben. Aber wie Du so (wirklich treffend) geschrieben hast: Es werden ganze Geschichten durch einzelne Sätze und Wörter erzählt.

Ich denke auch, dass man sehr in der Stimmung sein muss um sich auf diese Erzählweise einlassen zu können. Aber ich bin mir für mich einmal mehr sicher, dass es sich für mich lohnt und ich das versuchen sollte! Danke für diese Eindrücke Steffi!

Silke, "Die Stadt der träumenden Bücher" habe ich mal als Hörbuch gehört. Das ist doch das Buch von Moers, in dem auch die Szene mit den 100 Seiten Lanzenpflege enthalten ist, nicht wahr? Nee, was habe ich über diese Stelle gelacht! Viel Spaß noch mit dem Buch! :-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Rachel » Di 23. Feb 2010, 11:23

Hallo Petra,

Petra hat geschrieben:Rachel, Dein Vorhaben wieder mehr Bücher deutscher Autoren zu lesen, finde ich nicht schlecht! Diese Phase hatte ich letztes Jahr auch, als ich literarisch allzu viel herumgekommen war. Ich wollte mich mal wieder in der Heimat herumtreiben. Und dabei stieß ich u. a. ja auf Hans Werner Kettenbach ("Glatteis" hatte mir ja sehr, sehr gut gefallen!) und habe damit für mich eine wirkliche Entdeckung gemacht, die ich nicht missen möchte. Auch von Borger & Straub hatte ich dann mal wieder was gelesen. Mir hatte es jedenfalls literarisch in Deutschland sehr gut gefallen und ich habe vor, unser eigenes Land literarisch nie mehr so ganz zu vernachlässigen. Einfach weil es darunter wirklich gute Autoren gibt! Warum (immer) in die Ferne schweifen...
... schönes Vorhaben - und ich bin sehr interessiert an Deinen Leseerlebnissen.

Bei mir kommt ja auch noch dazu, dass ich dadurch nur wenige Bücher auf Deutsch lese. Denn englischsprachige Autoren lese ich eben auch fast ausschließlich auf Englisch. Und das sind nun einmal die große Mehrheit der Bücher, die ich so lese. Und das sind ja nicht nur Bücher aus den USA und GB, sondern z.B. auch aus Südafrika oder Indien etc., so dass man literarisch durchaus herum kommt. Nur sprachlich eben nicht. ;)

Auf "Die Buchhandlung" von Penelope Fitzgerald freue ich mich nun noch mehr, da Du so begeistert davon geschrieben hast, Rachel. Ich habe es in meinem SUB. Hätte ich es nicht, könnte ich nicht widerstehen es zu kaufen - zumal für den wirklich geringen Preis!

Ich denke, darauf kannst Du Dich auch freuen, ein ganz kleines Buch, das aber bleibenden Eindruck hinterlässt, zumindest bei mir. :)
Liebe Grüße,
Rachel

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Re: Leseerlebnisse 2010 - Ich lese gerade

Beitragvon Trixie » Di 23. Feb 2010, 14:34

Hallo Petra,

Petra hat geschrieben: Hallo zusammen,

es gibt zu Euren Posting wieder so einiges zu sagen:
(...)
Trixie, wie hat Dir der Roman von Barbara Michaels abschließend gefallen? Ich habe früher mal zwei von ihren Mystery-Thrillern gelesen. Waren auch so richtige Kuschel-Lese-Abende-Bücher! :-)


abgeschlossen habe ich ihn noch nicht ;) .
Ich bin jetzt etwas über der Mitte der ca. 300 Seiten und kann immerhin sagen, daß er mir soweit gut gefällt. Er quillt nicht über vor Melodramatik und Grusel auf Teufel komm raus, solche Elemente sind eher unauffällig eingebaut, und das macht die Geschichte für mich dann auch erst überzeugend. Wenn sich eine moderne junge Frau (naja, immerhin die 1970er!) da nur zitternd und voller dunkler Vorahnungen durch das Gemäuer und den Roman schleichen würde, wäre ich ziemlich enttäuscht bis angewidert.

Aber Barbara Michaels/ Elizabeth Peters macht das gut. Wie du schon schriebst, Petra, ist sie erfahren in diesem Genre. Auch ich habe bereits mehrere andere Titel von ihr aus dieser Richtung gelesen, wovon mir einige besser und andere schlechter gefallen haben. Dieser dürfte unter die besseren fallen, obwohl ich doch sehr gespannt bin, wie sie die Geschichte um den Familienfluch, das angebliche phantastische Meereswesen und das Verschwinden der Vorfahrin der Hauptfigur auflösen wird...

Und in noch einem pflichte ich dir bei: ideale Lektüre zum Einkuscheln in den Sessel!

Gruß,
Trixie
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