Hallo zusammen,
ein kleiner Zwischenbericht zu "Kürzere Tage". Es ist sehr nüchtern erzählt. Das mag ich ja generell. Und besonders nach "Frankie Machine" war mir nach was wirklich nüchternem. Somit komme ich gut klar, weiß aber, dass es mir an vielen anderen Tagen zuuu nüchtern wäre. Oder vielleicht zu unbeteiligt. Das trifft es vielleicht noch besser. Einerseits passt das auch wieder zu der Lage der beiden Frauen die hier anfangs im Fokus stehen. Denn beide - jede auf ihre Art - sind apathisch oder stehen ihrem eigenen Leben recht teilnahmslos gegenüber. Als hätten sie es nicht selbst in der Hand. Sie setzen sich gar nicht wirklich mit sich und ihrem Leben auseinander. Man merkt nicht einmal (zumindest bisher), wie sie es lieber hätten. Wahrscheinlich ist es ihnen selbst nicht bewusst. Das passt natürlich wieder, denn eines der Themen des Buches - wenn ich das richtig im Vorfeld verstanden habe (ich lese ja nie allzu viel vor dem Lesen über ein Buch) - ist ja, dass jeder selbst Gestalter seines Lebens ist. Und einige Menschen schaffen es nicht ihr Leben aktiv zu gestalten. Oder träumen immer von einem anderen Leben. Sind nicht direkt unglücklich, aber auch nicht zufrieden...
... aber irgendwie könnte man dem Ganzen noch mehr Ausdruck verleihen. Ich bin mal gespannt wie es weitergeht. Ich werde berichten. Zur Zeit bin ich auf Seite 86. Kommt ja noch einiges. Und geschrieben ist es auf jeden Fall sehr gut und stilsicher.
Jedenfalls hat mir der Anfang (interessant dass der auch so auf Dich gewirkt hat wie auf mich, Rachel) mehr versprochen bisher. Kein totaler Reinfall, aber es könnte halt einfach noch was zulegen. Mal sehen, geschieht ja vielleicht noch.
Ich berichte weiter, zumal auch Du, Maria, ihn auf der Merkliste hast.
@Rachel: Schön, dass Du viel Vergnügen mit "Jane Eyre" hast! Ich habe es auch wirklich gern gelesen.
@Steffi:steffi hat geschrieben:was du schreibst, empfinde ich genauso. Auch ich lasse mich gerne ab und zu von reiner Unterhaltung einlullen. Schlimm finde ich es nur, wenn es einem nicht bewusst wird.
Ja, sehr richtig! Das finde ich auch schlimm! Aber nicht solange man sich bewusst ist. Ich stehe jedenfalls gern zu meinen Ausflügen in die Banalität, zu Entspannungszwecken. Ich bin nämlich heilfroh, dadurch einen Weg gefunden (oder zurückerobert) zu haben, mich wirklich zu entspannen, loszulassen und die Gedanken wirklich mal auszuknipsen. Das ist nämlich etwas was mir sehr schwer fällt. Somit weiß ich hin und wieder bloße (dümmliche) Unterhaltung inzwischen zu schätzen!
steffi hat geschrieben:Am Schluss kriegt Wallace doch noch ganz elegant die Kurve und wirft einige wichtige, ernsthafte und raffinierte Fragen auf. Mehr will ich nicht verraten.
Musst Du auch nicht! Hast mich schon neugierig genug gemacht!

Und schön ist natürlich, dass es nicht in aussageloser Schimpferei über die Vergnügungsgesellschaft endet (der ich wie gesagt zu Weilen ganz gern mal angehöre - allerdings im Bewusstsein, dass das
künstliches Leben ist), sondern ernsthafte und raffinierte Fragen aufwirft. Ich bin gespannt auf das Buch!