Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Didonia » Mi 19. Jan 2011, 15:08

Oh, oh, da bin ich wohl die berühmte Ausnahme.

Wenn mir ein Buch besonders gut gefällt, werde ich ab der Mitte ganz im Gegenteil immer langsamer, weil ich einfach nicht möchte, dass es zu Ende ist. Aber es ist dann meist auch kein Krimi oder so spannend, dass ich unbedingt wissen möchte, wer der Täter ist.
Die dreizehnte Geschichte war so ein Buch. Das mochte ich einfach nicht beenden, weil ich es so schön fand. Obwohl es dort zum Ende hin dann doch noch spannend wurde.
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Petra » Mi 19. Jan 2011, 16:33

Hallo Didonia,

das ist auf jeden Fall einer der schönsten Gründe fürs Langsamlesen! :-)

Und ich kann das gut verstehen!

Was ich manchmal habe: Wir mir ein Buch zu spannend, kann ich so schnell nicht mehr lesen. Mein Blutdruck hemmt mich glaube ich in meinem Tempo... ich bin dann innerlich manchmal ganz unruhig und komme nicht vorwärts mit dem Lesen vor lauter unterträglicher Spannung! ;-)
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Didonia » Mi 19. Jan 2011, 16:46

Da hilft dann wohl nur eine Zwangspause, Petra :) ; um wieder runterzukommen.
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Petra » Mi 19. Jan 2011, 17:10

Hallo Didonia,

recht hast Du! Und gesundheitsschonender wäre solch eine Pause dann auch. Ich habe z. B. bei "Sokolows Universum" (Leon de Winter), "Ein wahres Verbrechen" (Andrew Klavan) und "Die Chemie des Todes" (Simon Beckett) beinahe einen Herzinfarkt gehabt vor lauter unerträglicher Spannung! :mrgreen:
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Binchen » Mi 19. Jan 2011, 21:08

Wenn ich es mir recht überlege, dann ist es mir zuletzt bei Sterbenskalt so gegangen. Anfangs hab ich mich gezwungen das Buch zwischendurch wegzulegen - und einfach mal Atem zu holen -

aber gegen Ende ging das gar nicht mehr.

Bei der Vertonung der Tintentrilogie war ich manchmal froh, dass es zwischendrin Musikstücke gab, damit wurde dann auch ein Zwischenraum geschaffen, der Atemluft gab.
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Didonia » Mi 19. Jan 2011, 22:27

Nun habe ich mal eine Frage zwischendurch.

Wie ist das: Habt Ihr zu jedem Buch auch das Hörbuch oder zu jedem Hörbuch das Buch?
Kauft Ihr Buch oder Hörbuch zuerst?
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Binchen » Mi 19. Jan 2011, 23:08

Hörbuch und/oder Buch?

Liebe Didonia, ich bin da ziemlich variabel.

Ich mag auch ein Buch nachträglich lesen, wenn ich das Hörbuch schon kenne, allerdings nur, wenn es nicht eine vollständige Lesung war. Ich habe z.B. Sturmhöhe gehört, damit ich mir ein Bild davon machen konnte, ob ich das Buch wirklich lesen will, weil die Geschichte düster ist, und das ist nicht unbedingt meine bevorzugte Lesart.

In der Regel ist es jedoch so, dass ich mir überlege, ob ich soviel Lesezeit investieren will oder nicht, weil Hörbücher oft gekürzt sind - und das aus guten Grund, zuhören kann man nicht immer so lange. Das habe ich früher nicht so gesehen, da dachte ich noch, dass eine Kürzung Frevel sei.
z.B. bei Thrillern einer Reihe, die nicht allzuviel Tiefgang zu bieten haben wo nicht gerade die Entwicklung der Protas herausgeschnitten wurde, um nur den Plot in den Vordergrund zu stellen, da genieße ich die gekürzte Lesung. Manchmal ist aber auch ein toller Sprecher ein Auswahlgrund.

Bei Harry Potter habe ich es genossen die Geschichten so genial vorgelesen zu bekommen und die Ideen nochmals zu vertiefen, da genieße ich es Buch und Hörbuch zu kennen. Genauso geht es mir mit Tana French, Ken Follett, Rebecca Gablé. Da freue ich mich, die Geschichten, die mir gefallen haben nochmals zu erleben und interpretiert zu bekommen.

Sachbücher kann ich gar nicht hören, ich schalte da zu schnell ab.

Da treffen also mehrere Auswahlkriterien immer wieder neu aufeinander, werden neu gemischt und neu entschieden.

Bei geliebten Klassikern oder Lieblingsbüchern kann ich Kürzungen nur schwer ertragen, bei Klassikern, die ich einfach nur kennen will, genügt mir auch eine Kürzung.
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Petra » Mi 19. Jan 2011, 23:11

Hallo Didonia,

ich versuche möglichst im Vorfeld zu entscheiden ob ich lieber das Buch lesen oder das Hörbuch hören möchte. Aber manchmal hat man schon ein Buch. Dann subt es und subt, und kommt doch nie dran. Auf einmal kommt ein Hörbuch dazu raus - vielleicht sogar noch mit einem reizvollen Sprecher, den man gern hört. Und schon hat man auch noch das Hörbuch. Oder aber das Buch hat so gut gefallen, dass das Hörbuch anschließend doch noch her muss, weil man es direkt, oder nach etwas Abstand, so nochmal erleben kann.

Ich persönlich habe öfter mal beides, da ich von Verlagen auch gern mal Hörbücher zum rezensieren zugeschickt bekomme. Wenn ich mir dann aber so viel von dem Titel verspreche, kann es gut sein, dass ich es mir lieber als Buch kaufe (ich lasse mir von Verlagen keine Bücher mehr schicken, da mich das zu sehr unter Lesedruck setzt. Bei Hörbüchern geht das besser, da ich die schneller hören kann, da ich das immer nebenbei mache. Aber meine Lesezeit ist mir heilig, da will ich nicht eben mal was zwischenschieben müssen. Habe ich lange Jahre gemacht, ist mir aber gar nicht gut bekommen. Ging sehr zu Lasten meines Lesespaßes.).

Andersherum funktioniert bei mir äußerst selten. Also erst Hörbuch hören und dann noch Buch kaufen. Das mache ich nur in Ausnahmefällen. Denn ich weiß: Kenne ich erst mal die Geschichte, würde ich es nicht noch mal lesen. Ein Buch, das ich kenne anschließend noch mal hören, jedoch gern. Vorzugsweise wenn ich nicht so ganz genau hinhören kann. Vielleicht ähnlich wie Du mit den Einschlaf-Hörbüchern von Sherlock Holmes. Man weiß wohin die Geschichte geht und muss nicht 100%ig aufpassen. Z. B. habe ich Weihnachten 2008 von Charlotte Mac Leod den weihnachtlichen Krimi "Schlaf in himmlischer Ruh'" gelesen. Weihnachten 2009 habe ich es dann gehört. Ein wunderbares Wiedersehen! :-)

Oder auch "Anne Elliot" von Jane Austen. Die hatte ich gelesen und ca. ein halbes Jahr später noch mal gehört. Mit ganz großem Vergnügen.

Ansonsten kann ich sagen, dass ich mir die Titel als Buch kaufe, die mich ganz besonders reizen. Die, die ich auch interessant finde, aber die aufgrund der wenigen Zeit dann doch nie dran kämen, weil andere einen Tick wichtiger sind, kaufe ich als Hörbuch. So kann ich mehr Titel kennenlernen, als wenn ich nur lesen würde, da ich - wie gesagt - nur höre, wenn ich gerade nebenbei was zu tun habe und eh nicht lesen könnte.

Und einige Titel funktionieren bei mir gehört besser als gelesen. Da ist die Entscheidung dann auch fürs Hörbuch. Ich weiß z. B. nicht, ob mir Albert Camus' "Der Fremde" als Buch so viel hätte geben können, wie das Hörbuch. Das lag am Sprecher: Er hat Camus absolut verstanden und verinnerlicht. Und das beim sprechen transportiert. Für solche Werke liebe ich die Hörbücher! Hier mal meine :arrow: Rezension zu "Der Fremde". Ich war damals so begeistert! Ein Hörbuch kann einem auch einen Zugang zu einem Buch/Autor verschaffen, den man von allein nicht so leicht hätte herstellen können. Das ist selten, aber in seltenen Glücksfällen passiert genau das! Und dann ist ein Hörbuch einfach spitze und unersetzlich.

Kannst Du Dir das jetzt ein bisschen besser vorstellen?
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Didonia » Mi 19. Jan 2011, 23:45

Hallo Binchen, Hallo Petra,

vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten. Es ist schön, so verschiedene Sichtweisen zu lesen.
Ich glaube, ich könnte nach einem Hörbuch auch noch das Buch lesen. Ein Buch, das mir besonders gefallen hat, kann ich nämlich auch noch ein zweites Mal lesen.

Aus Deiner Rezi liest man wirklich raus, dass Dich "Der Fremde" begeistert hat, Petra.

Ich muss mal bei meinem Mann stöbern gehen, der hat eine kleine Sammlung Hörbücher.
Wenn, dann würde ich ja gerne mal mit einem anfangen, wo Hannes Jaenicke spricht. Fällt Euch da auf Anhieb eins ein. Wenn nicht, suche ich halt mal :)
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon JMaria » Do 20. Jan 2011, 15:06

Hallo zusammen,
hallo Didonia,

ich bemerke an mir, dass ich gegen Ende langsamer lese und sogar kurz vor dem Ende stoppe, auch stoppe ich, wenn es Abschnitte gibt, die mich sehr beschäftigen oder die sehr spannend sind.

Es ist als ob ich erst mal Luft holen muß um mich darauf einzurichten.

Schöne Grüße
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