Ich komme nur noch nicht dahinter wie der Buchtitel zum Inhalt zu interpretieren ist. Vielleicht die Welt draußen (Sonnenschein, obwohl es ja meist schneit) und im Reduit, im Berg (Schatten)
Der Titel zitiert ein irisches Volkslied ((„I'll be here in sunshine or in shadow“) aus "Danny Boy", was immer uns das sagen soll.
Für mich war der große Gegensatz Afrika - SSR entscheidend. Dort Sonne (Wiege der Menschheit, genau! Das ist mir gar nicht in den Sinn gekommen), hier Schatten, eine vom Krieg zerstörte, archische, karge, eisige Winterlandschaft. Der Protagonist, der Politkommissär aus Schwarzafrika, sehnt sich beständig nach seiner Heimat zurück.
Er erlebt lichte und dunkle Momente, was sich auch in der Sprache niederschlägt. Wird diese Afrikasehnsucht beschrieben, ist sie bunt und grausam-schön und wie bei allen Afrika-Themen kommt einem unwillkürlich Joseph Conrad in den Sinn. Die SSR-Atmosphäre dagegen ist sprachlich ganz anders, nicht nur wegen der Helvetismen, sondern sie wirkt antiquierter, als ob sie zu Beginn des 20. Jhdts. stehen geblieben wäre.
Eine Schlüsselstelle war mMn gleich zu anfangs die Erwähnung, dass es eine neue Sprache geben wird und kein Schrifttum mehr
Ja, da hat Dich Dein literar. Gespür nicht getäuscht. Das spielt gegen Ende nochmals eine bedeutende Rolle, im Réduit, das für die Schweizer, insbesondere für die Generation, die den 2. Weltkrieg erlebt hat, bis heute eine ganz besondere Bedeutung hat und manchmal nostalgisch verklärt wird, z.B. in sog. Living history Formaten
Die Farben des Buches sind hauptsächlich rot und weiß, wie die schweizer Flagge
Meine HC-Ausgabe von 2008 sieht ganz anders aus, nämlich wie eine Afrikakarte.
LG, Fevvers
