Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Lexa » Do 20. Jan 2011, 20:38

Hallo,

oh ja, das kenne ich auch! :)

Ich bin da manchmal so versessen, dass ich das Buch im Grunde gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Umso schlimmer ist es dann, wenn die Arbeit ruft. ;)
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Turni » Do 20. Jan 2011, 20:57

Bei einem spannenden Krimi steigt auch bei mir das Tempo. Bei tollen historischen Büchern habe ich auch schon das Gegenteil erlebt - ich wollte nicht fertigwerden und war am Ende ganz traurig dass das Buch ausgelesen war. :D
Ending a novel is almost like putting a child to sleep—it can't be done abruptly.

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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Petra » Fr 21. Jan 2011, 17:40

Hallo Ihr Lieben,

dann geht es anderen ja auch noch so! Wir Lesehungrigen, wir sind schon welche! ;)

Mir ist jetzt bei meinem aktuellen Buch (Gerbrand Bakker: Oben ist es still) noch etwas zum Lesetempo aufgefallen. Dieses Buch hat eine karge, schlichte Sprache. Keine Schnörkel, keine zu langen Sätze. Das wird als Stilmittel eingesetzt, um die Geschichte allein durch die Sprache schon wirken zu lassen. Aber es ist somit auch eigentlich leicht und flüssig zu lesen. Interessant daran ist, dass ich dieses Buch trotzdem nur langsam lesen kann. Die Sätze strahlen die Langsamkeit der Geschehnisse dort aus. Sie schnell zu lesen, macht sie kaputt. Hindert sie an ihrer Entfaltung. Die Bilder müssen sich für mich langsam im Kopf aufbauen. Das ist auch ein komisches Gefühl. Man könnte von der Sprache her schneller lesen. Aber dann verkümmern die Bilder, bevor sie sich richtig aufgebaut haben. Das ist auch merkwürdig. Hattet Ihr sowas auch schon mal?

So habe ich das Tempo beim lesen gedrosselt. Nehme mir für jeden Satz Zeit und lese ganz in Ruhe. Und es entstehen wunderbare, eindringliche Bilder. Einfach ein tolles Erlebnis!

Didonia, ich glaube auch, dass es Dir gelänge, nach einem Hörbuch noch das Buch zu lesen. Denn wenn jemand auch ein Buch mehrmals lesen kann, dann dürfte das kein Problem sein. Das ist natürlich sehr schön. Denn so brauchst Du es nie bereuen, wenn Du mal ein super tolles Hörbuch gehört hast. Denn dann denkt man sich manchmal: Mist, warum habe ich es nicht gelesen? Die Sorge brauchst Du gar nicht haben.

Und ja, "Der Fremde" hat mich beeindruckt - wirklich! Schön, dass man es rausliest, aus meiner Rezension.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Didonia » Fr 21. Jan 2011, 18:06

Hallo Petra,

diese karge, schlichte Sprache kenne ich von Agota Kristof. Von ihr habe ich Die Analphabetin gelesen.
Das Büchlein beginnt mit einem Satz, der uns allen gefällt: "Ich lese."

Und etwas später schreibt sie: "So ziehe ich mir sehr jung, ohne es zu merken und ganz zufällig, die unheilbare Krankheit des Lesens zu."

Agota Kristof erzählt auf 75 A5-Seiten mit breiten Rändern, gar nicht so kleiner Schrift und 1 1/2-fachem Zeilenabstand die Geschichte ihrer Herkunft.

Agota Kristof wuchs in Ungarn auf und floh mit der Familie nach dem niedergeschlagenen Aufstand 1956 in die Schweiz, ohne sich dort sprachlich verständlich machen zu können. Sie lernte dann Französisch und schrieb in dieser Sprache auch ihre Bücher und Hörspiele.
"Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Petra » So 23. Jan 2011, 01:03

Hallo Didonia,

ich habe (hier im Forum, ist aber schon lange her) auch mal sehr begeisterte Stimmen zu "Die Analphabetin" von Agota Kristof gehört. Du erinnerst mich nun daran. Das klingt sehr interessant!

Manchmal ist mir nach solch einer kargen Sprache. Und einem langsamen Lesevergnügen. Zu karger Sprache fällt mir auch Annie Proulx' "Schiffsmeldungen" ein. Nicht ganz leicht zu lesen, aber eines der Bücher, die mich wirklich nachhaltig berührt und fasziniert haben. Sie erzeugt mit manchmal so wenigen Worten Stimmungen, dass es einen wirklich wundert. Sehr eigen und ungewöhnlich, aber auch sehr gut. Hier meine :arrow: Rezension.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon lesemaus » Fr 4. Feb 2011, 21:32

Hallo zusammen!
Bei mir ist das so das mein Lesetempo immer gleich bleiben tut ich kann nicht schneller lesen, aber mir ist aufgefallen das ich bei einem guten Buch wesendlich länger lese das ich da nicht mehr so auf die Uhrzeit achte und auch schon mal Die Nacht zum Tag mache nur um das Buch zu benden. Lg Jana
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon steffi » Mi 9. Feb 2011, 11:22

Ja, die Nacht durchlesen oder zumindest so lange, bis die Augen brennen, das ist dann schon der Beweis, dass es sich um ein supergutes Buch handelt. Passiert mir auch hin und wieder !

Ich glaube, mein Lesetempo bleibt eher gleich, allerdings, wenn mir das Buch nicht so gut gefällt, kann es schon sein, dass ich am Ende mehr Zeit investiere, damit ich fertig werde ;)
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
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Re: Ansteigendes Lesetempo am Ende des Buches?

Beitragvon Barbara » Do 10. Feb 2011, 07:45

Bei mir ist es auch so, dass ich gegen Ende durchaus schneller lesen kann, weil die wenigen Seiten motivieren, fertig zu werden. Es irgendwie, wie die letzten Kilometer bevor man nach einer langen Reise wieder zu Hause ist. Diese letzten Kilometer kommen einem auch immer sehr viel schneller vor, weil man eventuell schneller fährt.

Nächte durchlesen; das kann ich auch. Aber wie Steffi bereits schrieb, muss es sich dann schon um ein ganz tolles oder ganz spannendes Buch handeln. Obwohl es sich manchmal auch um ein sehr dickes Buch (über 1000 Seiten) handeln kann, bei dem man nur noch 100 Seiten hat. Dann kann ich auch oft noch eine letzte Stunde dranhängen um fertig zu werden, auch wenn es schön ganz spät ist.
:lesen_und_nachdenken:
Liebe Grüße
Barbara
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