von Didonia » Fr 8. Apr 2011, 14:03
Ihr Lieben,
liebe Petra, ich habe jetzt bei den "Wilden Dichtern" noch einmal die Stelle gefunden: "Und doch sei er kein Alkoholiker, behauptete er, sondern ein Gewohnheitstrinker."
Es gab Zeiten, da trank er Bourbon am Mittag, Scotch und Soda am späten Nachmittag. Er bestritt, dass Alkohol abhängig macht.
Er trinkt nicht nur zu viel Alkohol, er nimmt auch zu viele Schmerzkiller. Im Oktober, zur Saison, gibt es Bratente, zwei Vögel am Tag, noch blutig und dazu eiskalten Liebfraumilch, einen süffigen Wormser Weißwein.
Über den Hang zum Hochprozentigen schrieb London im autobiografischen "John Barleycorn". Der Titel spricht ja wohl für sich.
Und die Biografen grübeln bis heute: Konnte der 37-jährige London so nüchtern über seinen Alkoholkonsum schreiben, weil er ihn überwunden hatte oder verbirgt sich dahinter der geübte Selbstbetrug des Alkoholikers?
Milo Shepard, Großneffe von Jack London, meint zu seinem Alkoholverbrauch: "Ein Alkoholiker? Da lache ich. Ein Alkoholiker kann nicht dieses Arbeitspensum leisten." Ich schrieb ja schon. London hat über 20 Bücher geschrieben.
Liebe Binchen,
mit Lebensstil war vielleicht auch nicht der Stil gemeint, in dem vielleicht die Wohnung eingerichtet war. London war ja auch viel unterwegs. Das kostete sicher viel Geld. Und auch den Alkohol bekam er sicher nicht umsonst. Und die Frauen, mit denen er fremdgegangen ist, haben sicher auch was gekostet.
Oh man, in diesem Buch ist wirklich jede Seite, jeder Satz interessant.
"Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."
Markus Gasser
von meinem Lieblingsliteratur-Podcast "Literatur ist alles"