Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Doris » Do 26. Mai 2011, 19:29

Hallo alle zusammen,

gestern Abend habe ich mir nach Roger Smith (dazu sage ich gleich noch etwas) etwas ganz Gegensätzliches gegriffen. Das musste einfach sein:

Meine Mutter, die Schönheitskönigin - Lauren Kirshner

und es liest sich weg wie nix ;) feiner Humor und über allem liegt eine wunderschöne melancholische, manchmal aber auch sehr verzweifelte Stimmung.

Roger Smith, tja da muss ich einmal tief Luft holen. Ihr wißt wenn Krimi oder Thriller, dann bitte so dass es kracht. Aber das hier war sogar mir einen Ticken zuviel des Mordens. Auf den letzten ca. 30 Seiten wurde nur noch gemetzelt. Ich muss das jetzt erstmal auf mich wirklen lassen und die ganze Geschichte auch mal aus einem anderen Blickwinkel beleuchten. Aber ganz ehrlich, gestern Abend war ich froh als es zu Ende war.
Rückblickend hat mir der erste, Kap der Finsternis, am besten gefallen. Da ist auch das Cover noch recht neutral. Das Cover von "Staubige Hölle" zeigt alleine durch das scharfe Geschütz dass es hier nochmal ganz anders zur Sache geht.

Grüße
"Das richtige ist das intensive Buch. Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt und nicht mehr los läßt - bis zum Ende nicht, lies oder stirb! Dann liest man lieber." Kurt Tucholsky
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Fr 27. Mai 2011, 13:03

Hallo Doris,

da habe ich ja genau den richtigen Thriller von Roger Smith auf meinem SUB: "Kap der Finsternis".

Ich mag es auch mal ganz gern (nicht immer, nicht ausschließlich), wenn es in einem Thriller richtig hart und ohne Umschweife zur Sache geht. Aber ich glaube, da liegen mir die im unteren Level mehr. So z. B. Don Winslow. Oder Pete Dexter. Aber wenn es dann allzu brutal und kühl wird, dann wird mir das zu viel. Ich fürchte, bei Roger Smith muss ich aufpassen. Er scheint in seinem neusten Thriller allzu dick aufzutragen. Ich hatte das fast schon befürchtet, als ich die Beschreibungen las. Und wenn es selbst Dir jetzt zu viel wurde, dann ist mir das noch mehr eine Warnung. Denn ich weiß ja, dass Du da weniger schnell ein Problem mit hast.

Dieses Gefühl kenne ich. Froh sein, ein Buch dann endlich beendet zu haben. Und dann was ganz anderes lesen.

Auf "Meine Mutter, die Schönheitskönigin" machst Du abermals sehr neugierig. Eine Mischung aus feinem Humor und verzweifelter Stimmung könnte mir liegen. Auf Dein abschließendes Urteil bin ich auch noch gespannt.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Fr 27. Mai 2011, 18:07

Hallo Petra,


Petra hat geschrieben: Manchmal stockt mir der Atem. Z. B. als Emily in dem Sommerhaus die Mülltonne rausstellt und dazu das Garagentor öffnet und an den Stahlschienen entlang wuchtet. Das hat bei mir ein ganz intensives Bild ausgelöst. Das tat ich auch oft in meinem Elternhaus. Komisch, wie solche kleinen unbedeutenden Details einen in eine frühere Zeit, an einen anderen Ort versetzen können. Auch an meine Oma fühlte ich mich schon häufig erinnert. Z. B. als Emily den Jungs Maisfladen zum Frühstück macht. Bei uns waren des Pfannkuchen, aber die Art, wie meine Oma uns verwöhnen wollte, kommt der Emilys so gleich. Auch meine Oma war kein einfacher Mensch. Und auch sie hätte Arlene (also ihrer Schwägerin) Anweisungen gegeben, ob und wo sie helfen kann. Interessant, wie dieses Buch Gefühle auslöst oder zumindest (wenn keine eigenen Erinnerungen damit verknüpft sind) Empfindungen heraufbeschwört.



Kleine Details können ganz schön starke Gefühle auslösen. Ich lese sehr gerne deinen Bericht über "Chautauqua". Es hat eine besondere Atmosphäre. Durch deinen Erläuterungen kommen die Erinnerungen wieder bei mir auf. Danke :-)


Ich lese relativ langsam. Das liegt nicht nur am Migränewetter (aber auch). Sondern auch daran, dass diese letzten Sommertage dort in Chautauqua selbst eine Langsamkeit ausstrahlen. Da treibe ich in O'Nans Tempo mit. Ganz gemächlich. Und genieße die Zeit dort. Ein eigenwilliges und intensives Leseerlebnis.



Gute Besserung ! (((knuddel)))




Petra hat geschrieben: @Maria:
Denn nach Deiner Beschreibung frage ich mich, mit wem sie sich auch groß in einem Dialog hätte austauschen sollen, über die Dinge, die ihr auf dem Herzen brennen?



genauso ist es!
Das hat die Autorin sehr schön in dieser eigenwilligen Erzählart eingefangen. :-)



Petra hat geschrieben:Danke fürs hier mit uns teilen. Mich hast Du damit gekriegt. Das Hörbuch will ich hören.



Super :-D

Liebe Grüße
Maria
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Barbara » Sa 28. Mai 2011, 09:22

Hallo Ihr Lieben,

ich bin noch da!!! ;)
Wenn auch nicht schreibender Weise, ja noch nicht einmal dauernd lesender Weise.
"Neidvoll" sehe ich, was Ihr alles so lest.

Da kann ich zurzeit nur fachdidaktische und theoriegeladene Fachliteratur entgegenhalten. Aber es hört sich schlimmer an, als es ist. Ich lese es zurzeit gerne .
Ich bin viel beruflich, aber auch privat unterwegs, sodass ich kaum ein Zeitfenster zum Lesen habe. Und wenn, dann ist Fachliches dran.

Ich schätze, das dies auch noch eine zeitlang so bleiben wird. Und wenn, werde ich danach sicherlich eine Biografie dranhängen, weil es in mein momentanes Leseinteresse besser passt. Gedacht habe ich dabei an Shakespeare. Mal sehen, wann es soweit sein wird.

Ich wollte mich nur mal melden und Euch zeigen, dass ich noch lebe! :P
:lesen_und_nachdenken:
Liebe Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Sa 28. Mai 2011, 10:23

Hallo zusammen,

Maria, mich freut sehr, dass Du (und gewiss auch Steffi) meine Eindrücke über „Abschied von Chautauqua“ so genießt. Genauso ist es gedacht. Einerseits mag ich es, über intensive Bücher meine Gedanken niederzuschreiben. Andererseits hatte ich gehofft, dass bei Euch somit die Erinnerungen an dieses Buch und seine besondere Stimmung (das Buch hat wirklich eine ganz spezielle Atmosphäre) erneut aufkommen. Ich berichte gerne weiter. Zumal es doch einiges in mir auslöst. Und die Stimmung einfach so präsent ist, dass ich sie mitteilen möchte.

Auf Seite 227 bin ich nun wieder auf etwas aus einem anderem Buch von O’Nan gestoßen: Meg und Lise gehen zusammen essen. Der Chinese den sie dazu ausgewählt haben, hat geschlossen. Eines der Anzeichen, dass die Gegend dort auf dem absteigenden Ast ist. So führt es sie ins „Red Lobster". Das Restaurant, um das es in „Letzte Nacht“ geht. Interessant, wie er Details aus seinen Romanen aufgreift und neue Geschichten daraus ableitet.

Maria und Steffi, ist Euch das damals beim lesen auch aufgefallen? Oder hattet Ihr "Letzte Nacht" nach Chautauqua gelesen und es deshalb übersehen? Und gibt es noch weitere Details aus späteren oder früheren Romanen, die sich in dem Buch finden?

Vielleicht werde ich irgendwann noch mal zu "Letzte Nacht" greifen. Es lässt mich nicht los, dass ich damit überhaupt nichts anfangen konnte. Muss man manchmal ja einfach akzeptieren. Aber in dem Fall fällt es mir sehr schwer. Ich hatte es auch nicht aussortiert, was nicht allein am so tollen Cover liegt. Aber beim nächsten Mal weiß ich, dass es mir möglicher Weise nicht gefällt. Vielleicht ist das die richtige Erwartungshaltung für einen zweiten Versuch. Wenn es nichts mit dem Buch und mir wird, auch nicht schlimm. Aber dann weiß ich ganz sicher, dass es nicht am falschen Zeitpunkt gelegen hat.

Wenn ich Anna Enquists „Letzte Reise“ höre, werde ich mich drüben zu Wort melden. :-)

@Barbara: Dass Du Dich trotzdem kurz meldest, ist schön. So wissen wir, dass Du im Hintergrund da bist, und weiter mit der Fachliteratur beschäftigt bist. Und Du bist derzeit ja wirklich viel unterwegs – beruflich wie privat. Aber das muss auch mal sein. Die Zeit fürs lesen kommt von ganz allein zurück. Wenn es bei Dir wirklich die Shakespeare-Biografie sein sollte, dann bin ich gespannt auf Deine Eindrücke. Bis dahin aber spannende Lesestunden mit der Fachliteratur.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Turni » Sa 28. Mai 2011, 14:43

Ich lese gerade Die Lüge von Petra Hammersfähr.
Auf Balkonien macht es richtig spaß. Ok die Nachbarn werden wieder heimlich schimpfen, weil ich an manchen Stellen sogar laut gelacht habe - es ist ein Krimi ich weiß :mrgreen:
Es ist bestimmt nicht mein letztes Buch von ihr. :!:
Ending a novel is almost like putting a child to sleep—it can't be done abruptly.

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon JMaria » Sa 28. Mai 2011, 14:46

Hallo Petra,

Petra hat geschrieben: Auf Seite 227 bin ich nun wieder auf etwas aus einem anderem Buch von O’Nan gestoßen: Meg und Lise gehen zusammen essen. Der Chinese den sie dazu ausgewählt haben, hat geschlossen. Eines der Anzeichen, dass die Gegend dort auf dem absteigenden Ast ist. So führt es sie ins „Red Lobster". Das Restaurant, um das es in „Letzte Nacht“ geht. Interessant, wie er Details aus seinen Romanen aufgreift und neue Geschichten daraus ableitet.



Letzte Nacht" war mein erstes Buch von O'Nan und damit hat er mich regelrecht gepackt.

Jahre später habe ich "Chautauqua" gelesen und das "Red Lobster" habe ich darin nicht bewußt wahrgenommen. Seltsam. Aber schön, dass dir das aufgefallen ist. Die Verbindungen die O'Nan zu seinen Büchern knüpft finde ich sehr fein. Sehr schön, dass ich durch dein Lesen auch noch weiter davon profitiere :-)


Maria und Steffi, ist Euch das damals beim lesen auch aufgefallen? Oder hattet Ihr "Letzte Nacht" nach Chautauqua gelesen und es deshalb übersehen? Und gibt es noch weitere Details aus späteren oder früheren Romanen, die sich in dem Buch finden?



außer "Alle, alle lieben dich" ist mir nichts aufgefallen. Allerdings benutzt er andere Namen in diesem Buch, als in Chautauqua. Er greift sozusagen "nur" die Thematik des verschwundenen Mädchens auf.


Vielleicht werde ich irgendwann noch mal zu "Letzte Nacht" greifen. Es lässt mich nicht los, dass ich damit überhaupt nichts anfangen konnte. Muss man manchmal ja einfach akzeptieren. Aber in dem Fall fällt es mir sehr schwer.



versuch es doch nochmal. Doch fühle dich nicht gedrängt. Es verwundert mich halt nur. Unser beider Lesegeschmack trifft sich zwar nicht so oft, jedenfalls nicht so oft, wie zwischen Doris und dir oder Fevvers und dir, doch bei "Letzte Nacht" war ich dann doch total überrascht, dass du nichts damit anfangen konntest. Wie gesagt, ich war überrascht, was nichts damit zu tun hat, dass ich deine Meinung nicht akzeptiere. Das weißt du ja :-)

Liebe Grüße
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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Sa 28. Mai 2011, 17:49

Hallo zusammen,

@Maria: Ah, ok. Den Zusammenhang mit dem Red Lobster hattest Du damals beim lesen nicht bemerkt. Ist ja auch unauffällig in die Geschichte eingebaut. Aber genau das fasziniert mich auch daran. Schön gemacht, diese kleine Einbindung. Ein eigenes kleines Universum, das er in seinen Romanen aufbaut. Schön.

Ja, die Namen in "Alle, alle lieben dich" sind anders als die in dem Vermisstenfall in "Abschied von Chautauqua". Dennoch eine interessante Verbindung, die er zwischen seinen Themen zieht. In einem Buch nur angekratzt. Emily macht sich ja viele Gedanken, was aus dem Mädchen geworden ist (wenn auch nicht unbedingt aus echter Anteilnahme, sondern mehr als Zeitvertreib und Neugierde). Und die Frage beschäftigt einen auch, wenn man von solchen Entführungen/Verschleppungen hört. Dass O'Nan dann später aus dem Thema einen eigenen Roman gemacht hat, finde ich schön und interessant.

Ja, mit "Letzte Nacht" werde ich es bestimmt noch mal versuchen. Eine zweite Chance bekommt ein Buch selten von mir. Aber dieses bekommt sie. Denn es ging mir genauso wie Dir: Es hat mich selbst sehr überrascht, dass ich damit nichts anfangen konnte. Da hatte ich überhaupt nicht mit gerechnet. Hätte auch bei diesem Buch gedacht, dass wir es ähnlich empfinden würden. Mag natürlich sein, dass es auch beim zweiten Mal nicht klappt. Aber das sehe ich dann entspannt. Dann sei es drum.

Maria hat geschrieben:Wie gesagt, ich war überrascht, was nichts damit zu tun hat, dass ich deine Meinung nicht akzeptiere. Das weißt du ja :)


Ja, das weiß ich zu 100 %. Das ist auch das schöne an unserem Austausch hier: Die gegenseitige Akzeptanz und das gegenseitige Verständnis. In Übereinstimmungen, wie auch in Abweichungen. :-)

@Turni: "Die Lüge" von Petra Hammesfahr müsste ich auch als Hörbuch haben. Berichte mal wie es Dir dann abschließend gefallen hat, ja?
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon steffi » Mo 30. Mai 2011, 12:01

Ach, Petra, es ist wirklich soo schön, etwas von "Chautauqua" zu hören. Ich sehe das Sommerhaus direkt vor mir, die Luft und die Stimmung, die auf allem liegt. Ich hab sogar schon überlegt, ob ich es nicht nocheinmal lesen sollte und das mache ich sonst normalerweise nicht, außer es sind Agatha-Christie-Krimis. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich " Letzte Nacht" vor oder nach Chautauqua gelesen habe, ich kann mich jedenfalls auch nicht an die Red Lobster-Szene erinnern.


Nach "Paris Trout" habe ich zum neuen Alpenkrimi von Jörg Maurer gegriffen:Niedertracht. Herrlich skurill und witzig und wieder mit dabei die bekannten Gesichter aus dem ersten Band, denn hier ist wieder die Mafia mit am Werk. Also, das mit den Mücken finde ich einen interessanten Ansatz und noch viel besser finde ich, dass man von Anfang an den Mörder quasi begleitet, ohne seinen Namen zu kennen, denn Putzi ist schließlich nur sein Spitzname. Womöglich von der Mama, die allein im Geschäft werkeln muss, weil Sohn zu faul oder zu beschäftigt ist zum mithelfen. Dumm nur, dass Maurer mehrere Mamas auftreten lässt - wer ist nun die Richtige ? Nebenbei gibt es noch nette Einfälle, z.B. würde ich auch gerne mal in der Schlange der Bäckerei Krusti stehen, die "Wer wird Millionär"-Fragen oder die Jodler-"Zitate" *kicher*
Gruss von Steffi

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Re: Leseerlebnisse 2011 - Ich lese gerade...

Beitragvon Petra » Mo 30. Mai 2011, 14:35

Hallo zusammen,

es freut mich sehr, dass ich auch Dich mit meinem Bericht über "Abschied von Chautauqua" an so vieles aus dem Buch erinnern kann. Noch einmal nach Chautauqua zurückzukehren, ist vielleicht gar keine schlechte Idee. Es ist definitiv ein literarischer Ort, den man gern wieder aufsuchen möchte. Er ist so besonders.

Nun ist schon der zweite Regentag in Chautauqua. Auch dies wird wieder so ausgesprochen bildhaft und atmosphärisch eingefangen. Man sieht, riecht und fühlt den Regen. Die Zeit verstreicht langsam, auch das erlebt man hautnah mit. Beeindruckend, wie O'Nan dieses Bild zeichnet. So genau, und mit so viel Ruhe.

Derweil bekommt man wieder genügend Gelegenheit, die einzelnen Figuren ganz genau zu beobachten. Meg, wie sich ihre Unzufriedenheit in Boshaftigkeit und Aggression verwandelt, die sie an ihren Nächsten entlädt. Als letzte hat Sarah es abgekriegt, als sie gegängelt wird, zu helfen. Justin hatte sie ja schon an dem Tag in der Mangel, als sie alle gemeinsam zum See gingen, und Justin nicht ins Wasser wollte. Das schmerzt. Es schmerzt sowohl, was die Kinder da abbekommen, als auch Megs Verzweiflung, die vage spürbar hinter allem wird. Noch hat sie Ken gegenüber die Starke gemiemt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass noch ein ehrlicheres Gespräch folgt. Vielleicht ein Aggressions-Ausbruch, diesmal gefolgt von einem Zusammenbruch.

Auch Ellas Verliebtheit ist exzellent geschildert. Wie sie sich immer stärker auf Sarah fixiert.

Lise verfolge ich auch mit großem Interesse. Dass Ken nicht mal der Kragen platzt, wenn er so verhört wird, jedes Mal wenn er Zeit für jemand anderes als Lise (meistens Meg) investiert. Das ist einerseits bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar. Andererseits auch überzogen. Auf die weitere Entfaltung von Lises Problemen bin ich auch gespannt. Sie sind so leise, und lösen doch etwas in mir aus.

Selbst Rufus ist solch eine authentische Figur. Er lebt!!

Arlene mag ich gern. Und auch sie tut mir leid. Sie ist wirklich ein wenig außen vor. Das ist die Natur der Sache. Aber trotzdem ist es sicher nicht einfach. Und sie hält sich so tapfer. Sie ist so zurückhaltend. Was ich krass finde ist die Tatsache, dass sie so übergangen wird, wenn es um das Sommerhaus geht. Denn eigentlich wäre ja sie nun nach Henrys Tod die Besitzerin. Sie mutmaßt, dasds dass niemand so sehen würde. Insbesondere glaube ich, wäre Emily entsetzt. Aber das einfach so vorauszusetzen finde ich von Emily ein starkes Stück. Aber gut, das beschreibt ihre Persönlichkeit nur umso besser.

Das Red Lobster hattest Du also auch nicht bemerkt, Steffi. Da sieht man mal, wie unauffällig er es eingebunden hat. Toll gemacht, wie ich finde. Mich hat er auf jeden Fall erneut neugierig auf "Letzte Nacht" damit gemacht.

Und noch mal zum Vergleich O'Nan/Franzen. Beide Romane haben wirklich ähnliche Themen. Sind aber trotzdem sehr unterschiedlich. Sie haben beide eine ganz eigene Herangehensweise und eine ganz eigene, jeweils sehr intensive, Erzählstimme. Außer vom Thema her sind die beiden Bücher nicht miteinander zu vergleichen.

@Steffi: Und noch zu Deinem aktuellen Lesestoff. Die Alpenkrimis von Jörg Maurer habe ich noch zu entdecken. Bei mir werden es sicher die Hörbücher. Klingt auf jeden Fall sehr vergnüglich, was Du zu "Niedertracht" schreibst. Dank Dir für Deinen Bericht!

Übrigens ist ja auch gerade der neue Klufti erschienen. Das Hörbuch kommt ein paar Tage später raus.
Liebe Grüße,
Petra


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