von Petra » So 11. Dez 2011, 12:05
Hallo zusammen,
als ich gestern die schöne großformatige Manesse-Ausgabe von „Jenseits in Afrika“ aus der Folie befreite, schlug mein Herz höher! Das Cover ist wirklich so schön. Aber noch besser wird es, wenn man den Schutzumschlag abnimmt – was für ein Einband!! Etwas in der Art habe ich noch nie gesehen. Es weist eine Struktur auf, die aussieht aus wie das Fell eines Tieres. Keines speziellen Tieres. Aber die Assoziation ist einfach da. Farblich ist es in einen braunen Farbton gefasst, der an Afrika denken lässt. Und groß und Prägnant steht vorne auch AFRIKA drauf. Ganz, ganz toll und einzigartig. Jetzt bin ich allein deshalb schon froh, dass ich mich für diese Ausgabe entschieden habe.
Zudem besagte ein Aufkleber auf der Folie, dass es die erste vollständige Ausgabe sei. Inwiefern die vorherigen unvollständig waren, weiß ich leider nicht genau. Aber beruhigend, dass diese hier vollständig ist. Ein Hinweis in der editorischen Notiz lässt vermuten, dass die deutsche Ausgabe unter dem Titel „Afrika – dunkel lockende Welt“ gekürzt war. Explizit steht es da aber nicht drin. Ein Vergleich mit der Seitenzahl der kleinen Manesse-Ausgabe bestätigt das aber eigentlich. „Afrika – dunkel lockende Welt“ umfasst 482 Seiten, „Jenseits von Afrika“ 688 Seiten. Es scheinen auch keine unterschiedlichen Formate zu sein. Denn Manesse hat ja auch in einer sog. Corona-Reihe (und einigen anderen) Bücher in anderem Kleinformat herausgebracht.
Sehr erfreulich ist auch, dass die editorische Notiz auf Details in der Übersetzung hinweist, die überdies zu meiner Zufriedenheit entschieden wurden. So wurde der Begriff des Negers (bei ihr eine von verschiedenen Bezeichnungen für die Ureinwohner Afrikas) z. B. als typisches Merkmal kolonialen Sprechens in der Übersetzung originalgetreu wiedergegeben. Begriffe und Ortsnamen, die Tania Blixen in englischer Sprache benannte, wurden englisch belassen.
Ein Nachwort von Ulrike Draesner gibt es. Und sehr viele Anmerkungen. Ich bin hochzufrieden mit dieser wunderbaren Ausgabe!
Ernste Hemingway soll übrigens gesagt haben, als der den Literaturnobelpreis erhielt, dass ihn eigentlich Tania Blixen verdient gehabt hätte. Das finde ich bemerkenswert, da er doch für Lob anderen Schriftstellern gegenüber eher nicht bekannt war. Und überdies sich selbst für den Größten gehalten haben muss (seine Biografie verschafft ihm aber mildernde Umstände). Wenn er diese Schriftstellerin derart bewunderte, ist das wohl ein sehr großes Kompliment.