Hallo Didonia, hallo Yvonne,
ich bin zwar ein "Wessie", aber so ein wenig kann ich euren Kummer mit den Vorurteilen gegenüber Leuten aus dem Osten bzw. dem Ostblock nachvollziehen, denn so ähnlich wie ihr dürfte sich meine Mutter gefühlt haben, als sie hierher kam und bei den westlichen Arbeitskollegen und anderen Mitbürgern auf vergleichbare Vorurteile stieß. Dabei hatte sie im Vergleich zu den "Wessies" von damals, denen vermeintlich doch alle Quellen und Medien unzensiert offenstanden, eine deutlich ausgewogenere Kenntnis der Literatur -von Austen bis Zola-, der Weltgeschichte und die anderer Medien, wie z.B. dem internationalen Film. Ein nettes Beispiel: Sie kannte schon in den 60ern aus dem Kino die Filme von Raj Kapoor, dem großen indischen Star, und damit also schon "Bollywood", bevor diese Welle vor nicht mal zehn Jahren schließlich zu uns in den Westen herüberschwappte

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Was besonders schön ist: Sie hat es mühelos geschafft, all diese Vorlieben (Bücher, Geschichte, Film) auf ihre beiden Töchter zu übertragen, wofür ich persönlich ihr sehr dankbar bin!
Die Mär von den ausschließlich ideologisch gefärbten Büchern und Filmen, die die Leute im Osten vorgesetzt bekamen, habe ich daher nie glauben müssen. Allein die Tatsache, daß man so viele Buchtitel im Osten erhielt, die von den Verlagen im Westen nicht (mehr) verlegt wurden, weil sich angeblich keine Leserschaft für sie finden ließ, sollte das Bild vom Literaturangebot und der freien Auswahl in den beiden Teilen Deutschlands ordentlich zurechtrücken.
Gruß,
Trixie