Orhan Pamuk

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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon Britti » Do 23. Okt 2008, 10:36

Hallo zusammen.

Ich war gestern bei Petra und sie legte gleich mal sämtliche Bücher die sie von Pamuk hat auf den Tisch mit den Worten: Ich muss dich nochmal kurz allein lassen aber lies ruhig schonmal in alle rein :mrgreen: *zurVerführerinwink*

Ich war gleich gefangen als ich mir das erste Buch schnappte, Rot ist mein Name. Ich hatte die ersten drei Kapitel angelesen. Was für eine schöne Sprache und dann noch dieser geniale Erzählstil aus der Sicht des Opfers (das eigentlich gerade gestorben ist), des Mörders (der noch garnicht weiß das er gleich zu einem solchen wird) und des Hundes mit seinen großen Reißzähnen. Genial.

Auch die Ausgabe von Fischer hat mir optisch so gut gefallen.

Ist also so gut wie gekauft. Petra erzählte mir das es das Buch mit mehreren Titelbildern gibt? Also gehe ich in den nächsten Buchladen und schlage zu!!! Dein Plan ist aufgegangen liebe Petra :lol:
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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon JMaria » Do 23. Okt 2008, 11:13

Hallo Petra,

Petra hat geschrieben: Ach wirklich? Fevvers liest auch gerade "Das Museum der Unschuld"? Ist es ihr erstes Buch von Pamuk?


zumindest von "Schnee" weiß ich, dass sie es gelesen hat.


Petra hat geschrieben:Somit bin ich wahrlich noch nicht weit. Aber es fällt mir bereits schwer, das Buch erst mal zur Seite zu legen, zugunsten eines anderen Pamuks. Das ist doch ein großes Kompliment an ihn! Denn wenn es ein Autor schafft den Leser direkt auf den ersten (inzwischen 3 Seiten) so zu fesseln, dann hat er da was ganz richtig gemacht!


ich würde dir jetzt nicht raten, einen anderen Pamuk zu lesen. Für den Ersteinstieg in seine Welt scheint mir "Museum der Unschuld" gut geeignet. Denn die Rezensionen die man im Netz findet spiegeln dies wider.

Ich zitiere mal die "Zeit":
Auch das titelgebende wie symbolische Museum der Unschuld, das der Protagonist für seine Liebe errichtet und mit Gegenständen bestückt, findet der Rezensent als Romanmotiv wie als darüber hinaus gehendes Bild für Istanbul und den Tumult der Gefühle seiner Bürger zwischen Tradition und Moderne geradezu kongenial.


die FAZ spricht davon, dass Pamuk in diesem Buch mit dem Helden Kemal eine "echte Gestalt der Weltliteratur" geschaffen hat, die nicht nur symbolischen Wert hat, wie soviele Protagonisten in Pamuks Romanen zuvor.

Also mach ruhig mit dem Buch in Ruhe weiter, Petra. :)

@Britti:
mit "Rot ist mein Name" wählst du gleich sein Meisterwerk. Super. Ich habe die kleine handliche Ausgabe mit Lesebändchen. Das Covermotiv passt gut zum Thema "Buchmalerei".

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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon Petra » Do 23. Okt 2008, 11:28

Hallo Ihr Lieben,

ach Britti, das freut mich aber, dass ich Dich so schön verführen konnte! :mrgreen:
Mir ging es ja selbst nicht besser: Orhan Pamuks Erzählstil hat mich bisher in jedem seiner Bücher direkt beim kurzen reinlesen schon gefangen genommen! Und bei "Rot ist mein Name" war es zudem die ständig wechselnde Erzählsicht. Wie schön, dass es Dir auch so geht! :D

JMaria hat geschrieben:die FAZ spricht davon, dass Pamuk in diesem Buch mit dem Helden Kemal eine "echte Gestalt der Weltliteratur" geschaffen hat, die nicht nur symbolischen Wert hat, wie soviele Protagonisten in Pamuks Romanen zuvor.


Maria, ich danke Dir für die Zitate zu "Das Museum der Unschuld". Kemal kommt einem auch direkt nahe - mir zumindest. Seine Art wie er Füsün beobachtet, wenn sie alltägliche Dinge verrichtet. Er schildert das so schön (er kauft gerade eine Handtasche bei ihr und sie präsentiert sie ihm und verpackt sie dann in eine Einkaufstasche).

Ein wenig Sorge habe ich, dass ich im Anschluss mit Pamuks anderen Büchern nicht warm werde, weil mir dann ein richtiger Protagonist fehlen wird. Meinst Du nicht?

Auf jeden Fall habe ich gestern wieder 2 Seiten in "Das Museum der Unschuld" gelesen. Und es nimmt mich weiter gefangen. So habe ich mit dem weglegen vielleicht auch gar keine Chance mehr? ;-)

JMaria hat geschrieben:zumindest von "Schnee" weiß ich, dass sie es gelesen hat.


Ich will ihr schon seit ein paar Tagen auf eine liebe E-Mail antworten. Sobald ich es schaffe (hoffe auf heute oder morgen), werde ich sie ausfragen! :mrgreen:
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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon JMaria » Do 23. Okt 2008, 11:34

Hallo Steffi,

steffi hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:Ich habe keine Ahnung ob Ihr versteht was ich meine und ob sich das mit Eindrücken deckt, die Ihr selbst gewonnen habt. Es würde mich interessieren, ob Ihr das ähnlich empfindet oder ob es eine ganz individuelle Wirkung bei mir ist. Könnt Ihr dazu was sagen?


Das ist für mich eben auch ein stilistisches Mittel des orientalischen Stils - die Beiläufigkeit und damit trotzdem die Schärfe der Bilder erinnern mich an die mündlichen Erzähler im Kaffeehaus, die "nur mit Worten" wunderbare Geschichten erzählen. Pamuk thematisiert das in "Rot ist mein Name" - eben auch die Entstehung der Bilder im Kopf - und nimmt gleichzeitig zu den Worten noch die Bilder der Maler hinzu.


ahhh, du hast das gut beschrieben. Ich habe über Petras Frage hin und her überlegt, wie ich seine Erzählkraft in Worte fasse. Du schreibst "Kaffeehäuser" und schon vermittelt es mir ein Bild im Kopf.

Danke dir.

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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon Petra » Do 23. Okt 2008, 11:50

Hallo Steffi und Maria,

huch, Steffi, ich hätte jetzt bald Dein Posting übersehen, da es auf Seite 4 ist und wir hier schon auf Seite 5 neue Postings hatten. Normaler Weise blättere ich immer zurück... aber durch Marias Antwort auf Dein Posting habe ich es nun doch noch bemerkt. Sehr interessant, was Du zu meiner Frage mit der Schärfe schreibst.

Ich behalte Deine Assoziation mit einem geschichten Erzählendem Wort (Kaffeehaus) im Hinterkopf. Denn das ist auch etwas, was generell an der türkischen Sprache auffällt. Manche Wörter stehen wirklich für einen ganzen Satz. Und erzählen somit eine Geschichte. Verdeutlichen etwas. Lassen Bilder entstehen. Das habe ich schon ein wenig erspürt durch meine Hinwendung zur türkischen Sprache. Deshalb kann ich mir das sehr gut vorstellen und werde alles was ich von Orhan Pamuk lese auch diesbezüglich mal ein wenig abtasten, wenn mir was auffällt. Denn diese Schärfe bei den (das hast Du schön geschrieben) beiläufigen Schilderungen erstaunt mich. Denn es IST beiläufig. Er richtet nicht den Blick gezielt auf eine Stelle und "vergrößert" oder "schärft" sie dadurch. Und dennoch entsteht in meinem Kopf so ein erstaunlich gestochen scharfes Bild.

Vielen Dank also für Deine Idee dazu, die mir sehr naheliegend scheint.

Nachdenken muss ich auch noch darüber, ob ich auch meine, dass er das absichtlich als stilistisches Mittel einsetzt. Dazu kann ich mir gewiss erst eine Meinung bilden, wenn ich mehr von ihm gelesen habe. Interessant wäre auch mal eine türkische Ausgabe. Da könnte Ayhan dann mal drin lesen und seine ziemlich wörtliche Übersetzung an mich richten. Denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass eine Übersetzung wie sie uns in den Orhan Pamuk-Büchern vorliegt, oft nicht der wort-wörtlichen Übersetzung entspricht. Ich muss mal drauf achten. Ich hatte während meiner Beziehung mit Ayhan schon oft Sätze, die - wenn er sie mir vom Türkischen ins Deutsche übertrug - sehr blumig und märchenhaft waren. Man muss dann erst den Sinn erfassen, um das wirklich in ein Deutschen Text umzusetzen. Schwer zu erklären. Wenn ich mal ein Beispiel habe, lasse ich es Euch wissen.

steffi hat geschrieben:Ich glaube nicht, mich interessiert am meisten "Die weiße Festung", aber ob das dieses Jahr noch was wird ? Naja, wenn dieser thread hier weiter so interessant läuft, vielleicht


Ja, der Thread ist verrührerisch - finde ich auch! :)

Dass Dich "Die weiße Festung" mehr interessiert, kann ich gut verstehen. Ich denke ja selbst darüber nach, ob ich nicht erst was anderes als "Das Museum der Unschuld" von ihm lesen sollte. Aber Maria hat schon ganz überzeugend fürs erste dagegen argumentiert und mir Mut gemacht, doch nicht ganz das falsche (weil untypisch) Buch für den Pamuk-Einstieg erwischt zu haben.
Liebe Grüße,
Petra


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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon JMaria » Di 28. Okt 2008, 11:57

Hallo Petra,

Petra hat geschrieben: Nachdenken muss ich auch noch darüber, ob ich auch meine, dass er das absichtlich als stilistisches Mittel einsetzt. Dazu kann ich mir gewiss erst eine Meinung bilden, wenn ich mehr von ihm gelesen habe. Interessant wäre auch mal eine türkische Ausgabe. Da könnte Ayhan dann mal drin lesen und seine ziemlich wörtliche Übersetzung an mich richten. Denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass eine Übersetzung wie sie uns in den Orhan Pamuk-Büchern vorliegt, oft nicht der wort-wörtlichen Übersetzung entspricht. Ich muss mal drauf achten. Ich hatte während meiner Beziehung mit Ayhan schon oft Sätze, die - wenn er sie mir vom Türkischen ins Deutsche übertrug - sehr blumig und märchenhaft waren. Man muss dann erst den Sinn erfassen, um das wirklich in ein Deutschen Text umzusetzen. Schwer zu erklären. Wenn ich mal ein Beispiel habe, lasse ich es Euch wissen.


das wäre nett :-)


Petra hat geschrieben:Dass Dich "Die weiße Festung" mehr interessiert, kann ich gut verstehen. Ich denke ja selbst darüber nach, ob ich nicht erst was anderes als "Das Museum der Unschuld" von ihm lesen sollte. Aber Maria hat schon ganz überzeugend fürs erste dagegen argumentiert und mir Mut gemacht, doch nicht ganz das falsche (weil untypisch) Buch für den Pamuk-Einstieg erwischt zu haben.

Ein wenig Sorge habe ich, dass ich im Anschluss mit Pamuks anderen Büchern nicht warm werde, weil mir dann ein richtiger Protagonist fehlen wird. Meinst Du nicht?


Das weiß ich nicht. *grübel*
Ich lasse mich gerne auf einen Autoren ein, wenn ich weiß, dass er mit seinem Anliegen "experimentiert". Ich kenne ja noch nicht "Das Museum der Unschuld", doch kann ich mich bereits auf diverses, wie Stil und Inhalt, einstellen.

So hat z.B. Daniela aus der Leselust hier irgendwann mal geschrieben, dass die meisten Leser in ihrer Leserunde "Schnee" nicht beendet hätten, weil sie enttäuscht waren oder es nicht mehr interessant oder lesbar fanden. Das kann ich jetzt so überhaupt nicht nachempfinden. Ich bin fast durch und fand das Thema hochinteressant. Die Vermischung von Politik und Religion und die Liebe, Grenzen vermischen sich. Vom Stil her nicht einfach zu lesen, man braucht auch Geduld dazu und auch Interesse zum Thema.

Im nächsten Buch "fordert" mich Orhan Pamuk wieder mit etwas anderem heraus. So zum Beispiel in "Ein neues Leben", das ebenfalls bei Daniela nicht so gut weg kam. Doch die Vorstellung, dass mich Pamuk hier auf die Suche nach einem "geheimnissenvollen Buches" schickt, und bringt hier eine Verbindung zu der Romantik Novalis zustande, dessen Heinrich von Ofterdingen, der auf der Suche nach der blauen Blume war, ein Sinnbild für Sehnsucht und Liebe und streben nach dem Unendlichen. Da packt mich einfach schon vor dem Lesen ein Fieber.

Doch um so einen Autor verstehen zu können, mach ich mich auf die Suche nach Hinweisen. Das gehört einfach für mich dazu. So habe ich es mit Thomas Mann, Virginia Woolf, James Joyce gemacht und tue es auch heute noch.

Also im Endeffekt, würde ich mal behaupten, dass dir vielleicht ein anderes Buch von O. P. im ersten Moment etwas fremd erscheinen könnte, doch dass das kein Hindernis darstellen dürfte.

Aber man muß auch dazu sagen, dass einem ja nicht jedes Buch von einem Autor gefallen muß. Ich wollte nur kurz meine Vorgehensweise anfügen.

nochmals zum "Museum der Unschuld". In der NZZ gab es am Wochenende ein neues Interview mit Orhan Pamuk:

Die Quittenreibe und das Universum der Liebe

noch eine Begebenheit in "Schnee":
darin taucht ein übergeordneter Erzähler ab und zu auf und gegen Ende erfährt der Leser, dass es Orhan Pamuk selbst ist. Er nimmt aus dem Zimmer des Dichters alle seine Sachen mit, sogar Zigarettenstummel, einfach auch aus einem traurigen Gefühl heraus. Es heißt dort:

Ich tat das mit der Leidenschaft eines Museologen. Bei einem unserer letzten Gesprächen in Istanbul hatte mich Ka nach dem Roman gefragt, den ich als nächstes schreiben würde, und ich hatte ihm die Geschichte des "Museums der Unschuld" erzählt, die ich vor allen anderen sorgfältig geheimhalte.

Schnee" erschien in türkisch 2002, in deutsch 2005!

Liebe Grüße
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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon Petra » Di 28. Okt 2008, 14:53

Liebe Maria,

sehr interessant, was Du da schreibst. Auch Deine Art an einen Autor heranzugehen. Neu ist mir die zwar nicht, weil ich sie an Dir schon oft bewundert habe, aber schön war es, sie nachzulesen.

Meine Angst, nach einem "normalen" Roman an die anderen Bücher von Orhan Pamuk nicht mehr so recht heranzukommen ist schon da. Aber indem ich sie mir bewusst mache, nehme ich sie mir auch ein Stückweit. Ich gehe dann viel vorsichtiger und weniger euphorisch an ein nächstes Buch heran. Ich denke, so bin ich in besserer Verfassung, mich auf etwas ganz anderes von ihm einzulassen. Ich bereite mich und meine Erwartungen mit diesen Befürchtungen ein bisschen auf das Andere vor. Verstehst Du wie ich das meine?

Gut ist auch zu hören, womit einige Leser nicht mit Büchern wie "Schnee" klar kamen. Danke deshalb für diese Beispiele. Es tut mir immer gut, wenn ich mich auf so etwas innerlich vorbereiten kann. Das hilft mir dabei.

Ich bin - jetzt umso mehr - gespannt darauf, wie die Bücher von Pamuk auf mich wirken. Und werde mit dem Bewusstsein an ihn herangehen, dass ich immer wieder etwas anderes erwarte.

So kam übrigens auch meine Auswahl zustande: "Istanbul" ist biografisch. "Das Museum der Unschuld" ein Roman. Und "Rot ist mein Name" hat etwas abstraktes, surreales... wie einige seiner anderen Bücher auch. So habe ich eine erste Auswahl, in der ich Pamuk von verschiedenen Seiten kennenlernen kann.

In der Hoffnung beim richtigen Buch angefangen zu haben. Und mit der Vorsicht, dass ich von den anderen Büchern was anderes zu erwarten habe.

Danke übrigens auch für den Link und das Zitat. Sehr schön!
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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon steffi » Mi 29. Okt 2008, 09:56

Petra hat geschrieben:
Ein wenig Sorge habe ich, dass ich im Anschluss mit Pamuks anderen Büchern nicht warm werde, weil mir dann ein richtiger Protagonist fehlen wird. Meinst Du nicht?


Petra, auch in Rot ist mein Name gibt es Identifikationsfiguren. Und ich glaube, dass man dieses Buch auf verschiedenen Ebenen lesen kann. Gerade das macht die Sache ja auch so interessant, weil einem so viele Dinge in den Kopf kommen, die nicht mal in erster Linie mit dem Buch zu tun haben. Trotzdem muss man sich nicht krampfhaft was überlegen, denn die Geschichte ist auch so schon schön genug.

Außerdem finde ich, dass es gerade einen guten Autor ausmacht, dass er verschiedene Ansätze findet und so kann man zwischen den Büchern vergleichen und herausfinden, was einem besonders gefallen hat. Gerade das ist aufregend, weil es bekanntes und unbekanntes gleichzeitig gibt. Ich denke, da musst du dir keine Sorgen machen !
Gruss von Steffi

:lesen:
Wolfgang Reinhard - Die Unterwerfung der Welt ( Langzeitprojekt)
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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon Britti » Mi 29. Okt 2008, 11:19

Hallo ihr Pamuk Leser ;)

Ich gehöre seit gestern Abend zu den stolzen Pamuk Buch Besitzern *ggg*
Endlich habe ich meine Ausgabe von Rot ist mein Name abholen können.
Ich habe diese:
Bild

Das Buch gefällt mir optisch sehr gut. Es glänzt und schimmert und hat feines Papier und ein Lesebändchen. Auch dieser kleine Manteltaschenformat ist schön. Maria nochmals danke für den Hinweis.

Ich habe heute Morgen beim Frühstück rein gelesen. Wunderbar. Ich weiß schon jetzt das das mein nächstes Buch sein wird! Die verschiedenen Sichtweisen und die schöne Sprache, einfach schön. Hinten befindet sich noch eine Zeittafel und eine Landkarte, auch sehr hilfreich wie ich finde.
Ich habe meinem Mann beim Frühstück daraus vorgelesen und er hat sich köstlich amüsiert über die Gedanken des Hundes mit den großen spitzen Zähnen *ggg*
Ich freue mich drauf!

Ohne dieses posting wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen mich mal mit Pamuk zu befassen. Danke :D
Britti
 
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Re: Orhan Pamuk

Beitragvon JMaria » Mi 29. Okt 2008, 11:40

Britti hat geschrieben: Ich habe diese:
Bild



Hallo Britti
ich liebe dieses Büchlein auch sehr. Steht auf deinem wirklich "Mein Name sei Rot"? Ich habe gerade verunsichert mein Exemplar geholt, darauf steht "Rot ist mein Name".

Ich habe meinem Mann beim Frühstück daraus vorgelesen und er hat sich köstlich amüsiert über die Gedanken des Hundes mit den großen spitzen Zähnen *ggg*

du solltest ihm auch aus der "Münze" vorlesen *kicher*

@Steffi:
wie immer hast du die richtigen Worte gefunden. :-)

Schöne Grüße
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